Starker Euro, eine starke Wirtschaft?

Der Euro-Wechselkurs zum US-Dollar ist in den letzten Monaten wieder deutlich angestiegen. Derzeit notiert er knapp unter 1,60 US-Dollar für einen Euro. Trotz ultra-leichter Geldpolitik beiderseits des Atlantiks mittels QE3 und dem Einsatz der „Dicken Bertha“ durch die EZB sowie weiterer massiver Liquiditätshilfen an den Bankensektor auch mittels ESM/EFSF wertet derzeit der Euro gegenüber dem US-Dollar auf, obwohl die Eurokrise keineswegs beendet ist. Obwohl die USA in diesem Jahr ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum ausweisen als die EU-Staaten fällt der Kurs des US-Dollar gegenüber dem Euro. Das ist jedoch nicht das einzige Problem.
Wie bereits die Debatte um die starke Abwertung des japanischen Yen gezeigt hat, sind auch andere Länder kräftig dabei ihre Währungen gegenüber ihren Handelspartnern freiwillig oder unfreiwillig deutlich abzuwerten. Beispiele hierfür sind Indien , Südafrika und Brasilien wie auch die Türkei. Es droht bereits nach Ansicht zahlreicher Marktbeobachter eine neue Emerging Market Krise.
Das gefährdet den noch äußerst schwachen Aufschwung der Wirtschaft in der Eurozone. Schließlich drücken nicht nur nachlassendes Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets das Wirtschaftswachstum, sondern auch eine Aufwertung des Euro gegenüber deren Währungen die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Länder der Eurozone. Das hässliche Wort des Währungskriegs , d.h. eine Reihe von Abwertungen wichtiger Währungen der Weltwirtschaft, könnte bald wieder die Runde machen. Letztendlich hat auch nach 1929 eine solche Periode von Abwertungswettläufen der einzelnen Länder die Wirtschaftskrise weiter verschärft. Wir stehen bereits jetzt wieder an der Schwelle einer solchen Phase. Es könnte auch bedeuten, dass die Spannungen aufgrund einer solchen beggar-thy-neighbor-Politik in den kommenden Monaten zunehmen werden. Aus dem goldenen Oktober könnte so schnell ein heißer Herbst für die Weltwirtschaft werden. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Sturm.

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