Paketbox, ja bitte, aber …

Der elektronische Handel boomt derzeit in Deutschland. Immer mehr elektronische Bestellungen werden aufgegeben. Das führt zu neuen Problemen bei denen kreative Lösungen gefragt sind, denn nicht immer wenn der Lieferant der bestellten Ware klingelt, ist jemand zuhause. Mithin sollte analog zum Briefkasten eben auch die Möglichkeit bestehen Pakete und Päckchen direkt vor Ort beim Empfänger zu deponieren. Damit erspart man dem Kunden die Wege zu den entsprechenden Abholstellen der verschiedenen Lieferservices.
DHL, die Tochter der Deutschen Post AG, ist jetzt vorgeprescht und bietet an, dass man Paketboxen direkt am Haus eines Kunden – gegen Gebühr versteht sich – sich hinstellen lassen kann. Dort werden dann die Pakete von DHL hinterlegt. Der Kunde kann also wie beim Briefkasten jederzeit nachschauen, was angekommen ist und seine Box lehren. Umgekehrt ist sogar ein Versand von dort ebenfalls denkbar. Soweit so gut. Allerdings hat diese Lösung doch einen unangenehmen Haken.
DHL stellt diesen Service nur exklusiv für die entsprechenden Kunden zu Verfügung. Andere Lieferservices müssen leider draußen bleiben. Das ist für die Kunden mit Schwierigkeiten verbunden, da man ja bei einer Bestellung im Internet dem entsprechenden Verkäufer kaum vorschreiben kann, dass er nur DHL für die Lieferung verwenden sollte. Mithin könnte er sich gezwungen sehen nicht nur eine sondern mehre Paketboxen der verschiedenen Lieferservices sich vor das Haus zu stellen. Zum einen ist dies teuer und darüber hinaus auch wettbewerbspolitisch problematisch, da DHL ja über diesen Weg versucht ansonsten eine exklusive Beziehung zum Kunden aufzubauen, d.h. gerade Wettbewerber den Zugang zu seiner Paketbox zu verwehren.
Mithin wäre doch eine alternative Lösung unter Mithilfe des Gesetzgebers sinnvoller, die den diskriminierungsfreien Zugang zu einer Paketbox für alle Liederservices ermöglichen sollte. Wir haben ja auch keine Vielzahl von Briefkästen für die unterschiedlichen Postdienstleister an unseren Türen oder in den Hausfluren von Mehrfamilienhäusern hängen. Wäre es daher nicht zielführender, wenn man zu einer Universalpaketboxlösung käme?
Den Kunden wäre damit geholfen und den konkurrierenden Lieferservices auch, da sie nicht durch diese künstlich geschaffene Marktzutrittsbarriere vom Kundenzugang ausgeschlossen würden. Es käme daher darauf an, dass man erstens einheitliche Standards schaffte, die festlegen wie eine solche Universalpaketbox auszusehen hätte. Die könnte dann je nach den Wünschen von verschiedenen Herstellern im Wettbewerb untereinander möglichst kostengünstig angeboten werden. Es könnten sich dann Endkunden, Paketdienstleister oder auch Vermieter darüber Gedanken machen, wer wie und wann solche Paketboxen direkt im oder am Haus installiert und wie diese finanziert werden könnten. Kauf oder Miete bieten sich ja als Alternativen an. Das wäre dann aus meiner Sicht eine wettbewerbspolitisch angemessene Lösung, die einen fairen vielschichtigen Wettbewerb garantiert. Hersteller von Paketboxen könnten miteinander Konkurrieren, wer die kostengünstigste und leistungsfähigste Lösung anzubieten hat. Leasingfirmen könnten diese getrennt von den Anbietern von Paketdiensten als Miet- oder Mietkauflösungen anbieten. Die Paketlieferservices könnten weiterhin untereinander diskriminierungsfrei untereinander konkurrieren. Die Kunden und die Verkäufer über das Internet könnten sich die günstigsten Angebote und Vertriebswege heraussuchen. Damit würde dem Gedanken einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft im Internetzeitalter durch eine entsprechende Regulierung und Wettbewerbspolitik Rechnung getragen. Es wird Zeit, dass der Gesetzgeber sich hier mit den beteiligten Stakeholdern zusammensetzt, um eine solche Lösung zu erarbeiten. Noch ist es nicht zu spät. Nur wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben.

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