Bitcoin: Ein Zahlungsmittel mit Risiken und Nebenwirkungen

Es wäre so schön gewesen. Bitcoin[1] trat mit dem Versprechen an ein werthaltiges Zahlungsmittel für den globalen Zahlungsverkehr darzustellen.

Anstelle von US-Dollar, Euro, Yen oder Yuan sollten Bitcoins eine von der Willkür der Zentralbanken unabhängiges Zahlungsmittel sein, das in einer Zeit, wo Zentralbanken sich auf das hemmungslose Drucken von Geld ihrer jeweiligen Währungen immer mehr das Vertrauen der privaten Anleger verspielten, eine echte Alternative darstellen könnte.

Da aufgrund der technischen Voraussetzungen die Menge der Bitcoins limitiert ist, wäre ein Wertverlust theoretisch nahezu vollkommen ausgeschlossen. Da zunächst der Kurs der Bitcoins rasant nach oben schoss, schienen Theorie und Empirie miteinander im Einklag zu stehen (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1 – Bitcoin Kursentwicklung

Bitcoin

Quelle: http://www.finanzen.net/devisen/bitcoin-euro/chart

Allerdings traten bereits frühzeitig einige Probleme mit der Sicherheit der Bitcoin-Konten auf, da das elektronische Geld durch Hacker[2] von den Konten zahlreicher Kunden plötzlich verschwand.[3]  Auch konnten Festplattencrashs von Bitcoin-Kunden deren elektronisches Geld auf Nimmerwiedersehn verschwinden lassen.[4] Es waren also Risiken mit Bitcoin verbunden, die mit den vollmundigen Versprechen der Bitcoin-Betreibern zunächst nicht erkennbar waren.

Nachdem die Fed Bitcoin zunächst als zukunftsträchtiges Zahlungsmittel eingestuft hatte[5], muss sie jetzt einräumen, dass sie darüber keine wirksame Kontrolle ausüben kann.[6] Es verwundert jedenfalls sehr, dass die Wirtschaftspresse weltweit dem Phänomen Bitcoin wochenlang eine extrem hohe Aufmerksamkeit schenkte.[7] Damit trug sie indirekt zur Hype um Bitcoins maßgeblich bei. Im Unterschied hierzu hat die Deutsche Bundesbank frühzeitig vor Bitcoin als Anlegerprodukt gewarnt.[8]

Trotz dieser offensichtlichen Probleme setzen zahlreiche Anleger weiterhin auf Bitcoin. Zum einen konnte es dazu dienen der Finanzmarktaufsicht zu entgehen und ländergrenzenübergreifend Geldwäsche zu betreiben. Das schien für zahlreiche dubiose Finanzgeschäfte außerordentlich verführerisch zu sein.

Insbesondere auch in der VR China fand Bitcoin aufgrund dieser Möglichkeiten plötzlich rasanten Zulauf. Allerdings fand dann dieses Geschäftsmodell wenig Sympathie bei der chinesischen Regierung bzw. der chinesischen Zentralbank.[9]

Trotz extrem hoher Volatilität, der Kurs zum US-Dollar veranstalte innerhalb weniger Monate oftmals nur Tage oder auch nur Stunden wahre Berg- und Talfahrten von Höchständen bis über 1.200 US-Dollar zu Kursstürzen bis unter 200 US-Dollar, gab es weiterhin willige Anleger. Wer also sein Geld in hochspekulative Anlagen – wie dieser Zockerwährung – investieren wollte, der hoffte auf extrem hohe Gewinne, wenn er rechtzeitig zu Niedrigkursen einstieg und noch rechtzeitig vor dem nächsten Bitcoin-Crash den Absprung schaffte.[10] 

Nun scheint doch langsam das Spiel vorbei zu sein. Mt Gox[11], eine der großen Bitcoin-Handelsplattformen weltweit, musste aufgrund  eines dramatischen Verlusts einen Insolvenzantrag stellen.[12] Wieviel von den dort lagernden Bitcoin-Anlagen noch vorhanden ist, bleibt derzeit noch ungeklärt. Es werden Verluste von hunderten von Millionen US-Dollar befürchtet.[13] Das Spiel ist aus. Wer so dumm war dort größere Geldsummen zu investieren, wird jetzt nach der Pleite von Mt Gox um eine schmerzvolle Erfahrung reicher sein. Rien ne vas plus.


4 Gedanken zu „Bitcoin: Ein Zahlungsmittel mit Risiken und Nebenwirkungen

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