Bundestagswahl: Medialer Wahlkampf-Spam

Wahlkampf ist immer weniger ein Kampf von Parteien und Kandidaten um die Gunst der mündigen Wähler mit politischen Ideen und Problemlösungen geworden, sondern zur Politshow mit allen Mitteln der Massenmanipulation verkommen. Was kann man dagegen tun?
Flut von zweifelhaften Umfrageergebnissen
In der jetzigen heißen Wahlkamphase wird nichts unversucht gelassen, um mittels angeblich aktueller Umfrageergebnisse bereits jetzt Sieger und Verlierer der Wahl festzulegen. Es gibt dabei zwei typische Strategien.
Zum einen werden klare Mehrheiten diagnostiziert mit dem Ziel die Wähler dazu zu bewegen durch die Wahl der potentiellen Gewinner selbst zu diesen zu gehören. Wer will schon einen loser gewählt haben. Gerade unsichere oder verunsicherte Wähler handeln dann meist nach dem Prinzip des Herdentriebs. Man folgt der scheinbaren Mehrheit. Das Risiko einer solchen Strategie ist immer, dass man potentielle Wähler dazu bewegt gar nicht zur Wahl zu gehen. Das ist die Strategie der asymmetrischen Demobilisierung. Allerdings funktioniert das nur, wenn eben potentiell unentschlossene Wähler anderer Parteien vom Urnengang abgehalten werden und die eigenen zur Wahl gehen. Offensichtlich ist man sich dabei höchst unsicher, wie gut eine solche Strategie konkret funktioniert.
Zum anderen werden Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert. Damit will man Wähler insbesondere die der eigenen Partei mobilisieren. Diese Strategie steht offensichtlich im Widerspruch zur vorangegangenen. Man möchte gerne eine hohe Wahlbeteiligung insgesamt erzielen und nicht aufgrund einer geringen Wahlbeteiligung das Problem der Legitimität des Wahlergebnisses gefährden. Ideal wäre eben eine hohe Wahlbeteiligung insgesamt bei einer deutliche Mehrheit für die eigene Partei bzw. vorab angekündigte Koalition. Leider ist dies eben nur eine Wunschvorstellung, die in der Regel an der tristen Realität scheitert. Noch ist in einer Demokratie westlicher Prägung es noch nicht soweit wie in totalitären Regimen, wo es genau diese Ergebnisse auf Wunsch der Machthaber regelmäßig gibt.
Personalisierung und Inhaltsleere der Wahlkampfthemen
Ein weiteres Mittel des Wahlkampfes ist Personen und nicht Inhalte in den Vordergrund des Wahlkampfes zu stellen. Es geht hier nicht um rationale Politikentscheidungen, sondern um Emotionen. Sympathie und Antipathie zu einzelnen Spitzenkandidaten sollen den Wähler zur Wahl dieser oder jener Partei bewegen. Dabei verschwinden die eigenetlichen Kandidaten für die Bundestagswahl völlig im Hintergrund. Auch wenn diese zur Direktwahl stehen, bleiben sie bestenfalls als Klinkenputzer und Händeschüttler in ihrem Wahlkreis in Aktion. Zu politischen Themen für die Zukunft der Bundesrepublik verweisen sie dann auf ihre jeweiligen Wahlprogramme der Partei, der sie angehören. Sie werden so zu Papageien ihrer Parteiprogramme ohne eigene Ideen und Überlegungen.
Da die Wahlprogramme in der Regel möglichst wenig Angriffsfläche für eine Kritik der politischen Gegner bieten sollen, werden sie einfach vorab rundgeschliffen. Nur nichts sagen, was durch bewusste Fehlinterpretation in der Wahlkampagne der politischen Gegner zur Stimmungsmache missbraucht werden könnte. Ob Steuererhöhungen für Reiche oder Euro-Rettung/Euro-Austritt all das sind heikle Themen, die tunlichst in Watte verpackt werden. Der Grundliegt auf der Hand. Je auch noch so vage konkrete Aussage wird vom politischen Gegner in den Zerrspiegel der Fehlinterpretation und entsprechender Verleumdungen umgebogen.
Wollen SPD und Grüne an der immer stärker auseinander driftenden Einkommensverteilung mittels Vermögensabgabe und Vermögenssteuer Korrekturen vornehmen, dann wird rasch mittels fingierter Mondrechnung der Gegenparteien demonstriert, dass es den Mittelstand und die mittleren Einkommen mit exorbitanten Belastungen in den Ruin treiben wird. Das Ganze hat nichts mehr mit einer rationalen Debatte zu tun, ob sie nun bei Maischberger, Illner oder sonst wem bei Phoenix stattfindet. Hier geht’s nicht um rationales Abwägen sondern um Stimmungsmache und Angst um die eigenen Besitzstände. Wer also solche Themen wie ungedeckte Beamtenpensionslasten wie Steinbrück aufgreift, hat von vorherein schon verloren. Die Gegenseite, die auch keine Lösung für diese Schuldenprobleme hat wird trotzdem sofort behaupten, Beamte, ihr werdet von Steinbrück enteignet oder so ähnlich. Was kann man dagegen tun?
Abschalten und sich seine eigenen Gedanken machen
Wer diesem ganzen Mist, der jetzt tagtäglich in der Presse, im Fernsehen, Rundfunk und sonstigen Medien des Internets verbreitet wird, sollte einfach in den Kommunikationsstreik treten. Statt sich durch die Medien systematisch manipulieren zu lassen, sollte man sich zuhause ins stille Kämmerlein hinsetzen und sich seine eignen Gedanken machen. Was haben die einzelnen Parteien in der Vergangenheit tatsächlich getan. Was haben sie ändern wollen oder was ist durch sie verhindert worden? Wo hat Korruption und Misswirtschaft den Steuerzahler mit gewaltigen Lasten zur Kasse gebeten? Wo wurde Klientelpolitik betrieben?
Meist erkennt man aus den Handlungen der Vergangenheit besser wes Geisteskind die Parteien und ihre Politiker sind. Die politische Zukunft hat ein Janusgesicht. Man kann aus der Vergangenheit sehr viel über die Zukunft erkennen. Es gibt selten Politiker, die sich vom Saulus zum Paulus wandelten. Wer in der Vergangenheit unangenehm aufgefallen ist, der dürfte dies auch zukünftig weiter tun. Das politische Gedächtnis ist daher ein wertvollerer Maßstab. Nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten sollt ihr sie erkennen.
Durch das derzeitige Getöse des Wahlkampfes soll der mündige Bürger am Denken gehindert werden. Machen wir ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung.

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Ein Gedanke zu „Bundestagswahl: Medialer Wahlkampf-Spam

  1. fast 90 % der bundesbürger trauen unseren politikern nicht mehr, aber genau diese politisch korrekten stimmvieh-idioten wählen diese politiker in den bundestag !!!

    wir können nur in käfigen gehalten werden, die wir nicht
    sehen. eine kurze geschichte der sklaverei bis hin zu deiner eigenen:
    http://campogeno.wordpress.com/2013/08/01/die-geschichte-deiner-versklavung/

    nichtwähler dürfen sich nicht beschweren?
    http://campogeno.wordpress.com/2013/08/04/nichtwahler-durfen-sich-nicht-beschweren/

    der mythos der politischen alternativlosigkeit:
    http://campogeno.wordpress.com/2013/08/03/der-mythos-der-politischen-alternativlosigkeit/

    herrschaftslegitimierung für schwachsinnige:
    http://campogeno.wordpress.com/2013/08/03/herrschaftslegitimierung-fur-schwachsinnige/

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