Wahlumfragen: Information oder Desinformation?

Mit jedem Tag mit dem der Wahltag zur Bundestagswahl am 22. September näher rückt, nimmt die Zahl der Ergebnisse von Experten zur Wählermeinung zu. Mein persönlicher Eindruck ist, hier wird systematisch Stimmungsmache betrieben. Über die Faktizität der präsentierten Ergebnisse ließe sich dagegen trefflich streiten. So meldet der Spiegel Online heute, dass laut Emnid nach Meinung von Güllner eine Kampagne gegen die Beteiligung Deutschlands an einem Militärschlag in Syrien der SPD schaden würde. Euro-Krisen-Debatte schadet natürlich auch der SPD. SO wird Tabu auf Tabu aufgebaut, über das im jetzigen Wahlkampf bitteschön nur nicht gestritten werden soll. Ob NSA und GCHQ Abhörskandal. Wenn die SPD dagegen opponiert. Schadet der SPD. Einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland. Na klar, schadet der SPD. Diese Fürsorglichkeit der Meinungsmacher sowohl bei den Meinungsumfrageinstituten und den Medien ist schon erstaunlich.
Offenbar werden durch scheinbar objektive Umfrageergebnisse die Vorstellungen der schwarz-gelben Koalition ständig bestätigt. Alle Themen wie beispielsweise Griechenland bezüglich Schuldenschnitts und weiteres Hilfspaket schaden der SPD, wenn sie eine gegensätzliche Position als die jetzige Bundesregierung bezieht. Steuergerechtigkeit und Vermögensabgabe für Reiche sind Themen die der SPD und den Grünen schaden. Kampf gegen Steueroasen und Steuerflucht schaden als Themen der Opposition. Nicht die CDU/CSU und die FDP müssen noch Wahlkampf machen, das machen für sie schon die Umfrageinstitute und die Medien. Notfalls gibt es dann einen Doppelpass zwischen den Regierungsparteien und den Umfrageinstituten und den Medien.
Es gibt aktuell eine Ausnahme. Die FDP hat dummerweise einen Werbespot platziert, der mit Videomaterial der NPD identisch ist. Solche fauxpas passieren halt schon einmal. Brüderle hat ja auch schon seinen Sturz von der Bühne erlebt. Es läuft halt doch nicht alles rund, wie es sich die Organisatoren der Wahlkampagne der Regierungsparteien erträumen.
Meine Wahlempfehlung. Hört nicht auf die Medien, Umfrageinstitute oder Wahlspots der Parteien. Wer es in den zurückliegenden vier Jahren nicht geschafft hat gute Regierungspolitik oder Oppositionsarbeit zu leisten, wird es jetzt nach der Wahl trotz aller Wahlversprechen auch nicht leisten. Da gilt letztendlich nach dem Wahltag die alte Adenauer-Weisheit: „ Was schert mich mein Geschwätz von gestern.
Mein Rat an die Oppositionsparteien: Lasst Euch nicht von Umfrageinstituten und den Medien in eurer Debatte um zentrale Fragen der Politik wie Soziale Gerechtigkeit, Umwelt, Frieden, etc. beeinflussen. Sagt was ihr zu sagen habt und der Wähler wird es euch danken. Der ganze Umfrageunsinn ist keine valide Information, sondern vielmehr Manipulation der öffentlichen meinung. Abgerechnet wird nach dem Wahltag und nicht vorher.

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