Kali-Aktien stürzen ab: Das Kalikartell ist zusammengebrochen

Für Anleger in Kali-Aktien war es gestern ein Schock. Die Mitteilung der Uralkali-Gruppe sich nicht mehr am Produzentenkartell bei Kali zu beteiligen führte bei den anderen Mitgliedern des Kartells zu drastischen Kursstürzen. Kali ist ein wichtiger Grundstoff bei der Düngemittelherstellung. So verlor K+S , ein Dax-Unternehmen, schlagartig 23 Prozent gestern seines Börsenwertes. Damit dürfte weltweit vorerst die Börsenralley der Kali-Unternehmen vorbei sein. Die Rohstoffblase bei Kali wie zuvor bei anderen Rohstoffwerten ist schlagartig mit dem Schritt von Uralkali geplatzt. Lag der Preis pro Tonne Kalisalzen zu Beginn der letzten Dekade noch bei 150 US-Dollar je Tonne, so stieg er im Zuge einer rasant steigenden Nachfrage nach Düngemitteln und der Formierung des Preiskartells auf 900 US-Dollar je Tonne. Offenbar hat die weltweit nachlassende Nachfrage zu Konflikten im Kalipreiskartell geführt. Wie auch bei anderen Rohstoffen sind Produzenten mit günstigeren Kostenstrukturen wie Uralkali nicht mehr bereit Absatzeinbußen zu Gunsten der anderen Kartellmitglieder mit höheren Produktionskosten hinzunehmen. An der Wall Street sackten zwei dort notierte Mitglieder der Kalikartells, Mosaic mehr als 21 Prozent und Intrepid Potash um 26,5 Prozent bei der Börsenotierung ab, nach dem die Entscheidung von Uralkali bekannt wurde.
Die Kursrückgänge aufgrund des Zusammenbruchs des Kalikartells zeigen, wie stark die Gewinnentwicklung der großen Kaliproduzenten immer noch von den Preisabsprachen und Produktionsbeschränkungen abhängen. Derzeit liegt der Kalipreis je Tonne bei rund 400 US-Dollar. Jetzt wird mit einem Preisverfall auf 300 US-Dollar gerechnet.
Über die Preisüberwälzungseffekte sind letztendlich die Verbraucher die Dummen bei den Machenschaften der Kaliproduzenten gewesen. Umso mehr verwundert es, dass die Wettbewerbskontrolle und Kartellaufsicht dem Tun der Kaliproduzenten tatenlos zugesehen hat. Was hat die EU-Kommission insbesondere der dafür zuständigen Wettbewerbskommissar Joaquim Almunia gegen diese illegalen Preisabsprachen unternommen? Ist die Wettbewerbsaufsicht in Europa ein genauso schlafmütziger Haufen wie es die Finanzaufsicht vor und nach der Finanzkrise war? Offensichtlich war das Preiskartell ja ein offenes Geheimnis und zumindest alle Börsenprofis wussten darüber bescheid. Warum wurde dann nicht gegen diese illegalen Preisabsprachen rechtzeitig eingeschritten? Was unternimmt nun die EU-Kommission dagegen nachdem es ja nun zweifelsfrei öffentlich klar geworden ist, dass es illegale Preisabsprachen gab oder saß die Kommission mit im Boot?

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2 Gedanken zu „Kali-Aktien stürzen ab: Das Kalikartell ist zusammengebrochen

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