Wahlumfragen und Manipulation der öffentlichen Meinung

Regelmäßig werden in den deutschen Medien Meinungsumfragen zu der berühmten Sonntagsfrage mitgeteilt. Im Wochentakt wird so den Zuschauer(inne)n, Zuhörer(inne)n und Leser(inne)n suggeriert man wisse auf den einzelnen Prozentwert genau was die Bevölkerung bei einer kommenden Wahl wählen würde.[1] Allein die Variationsbreite der einzelnen Umfrageergebnisse der miteinander konkurrierenden Umfragen zeigt eine erhebliche Variationsbreite. So schwanken die aktuellsten Umfrageergebnisse für die CDU/CSU zwischen 38% (Allensbach) und 42% (Forschungsgruppe Wahlen). Eine Differenz von immerhin 4 Prozent.  Bei der SPD fällt die Schwankungsbreite noch größer aus. Hier liegen die Werte zwischen 22% (Forsa) und 28% (Forschungsgruppe Wahlen), stattliche 6 Prozent. Bei den anderen Parteien sind relativ dazu noch größere Abweichungen feststellbar. Schon hier ergeben sich Fragen. Soll das nur auf einen Stichprobenfehler zurückzuführen sein?

Noch merkwürdiger wird das Ganze[2], wenn man bedenkt, folgt man einer Meldung des Spiegel zu einer weiteren Umfrage[3], wenn dort ein Drittel der Befragten angibt sich noch gar nicht festgelegt zu haben. Würde man daher die Ergebnisse der Umfragen um diesen Wert korrigieren ergäben sich ganz andere Resultate. Aus den nach der letzten Forsa-Umfrage gemeldeten 41% ergäben sich aufgrund dieser Korrektur nur 27,1% für die CDU/CSU, für die SPD wären es nur 14,5%, die Grünen kämen auf 9,9%, die FDP auf 3,3%, Die Linke auf 5,3% usw. Die Bundestagswahl wäre demnach noch völlig offen. Erst die Entscheidung der noch unentschlossenen Wähler führt zu einem belastbaren Ergebnis über potentielle Mehrheiten verschiedener Koalitionen. Hinzu kommt, dass die Wahlbeteiligung der potentiell Wahlberechtigten ja ein gewichtiger Faktor für das endgültige Wahlergebnis spielt. Hier kann es ja ebenfalls zu unterschiedlichen Verhalten bei der Wahlbeteiligung der einzelnen Parteien kommen. Des Weiteren spielen ja die Überhangmandate wegen Erst- und Zweitstimmenverteilung eine weitere Rolle.  All das macht die Umfrageergebnisse so wie derzeit der Öffentlichkeit präsentiert werden mehr als suspekt.

Soll die Öffentliche Meinung vorsätzlich auf einen Wahlsieg von schwarz-gelb Manipuliert werden?

Geradezu Gebetsmühlenartig schallt es aus allen Kanälen derzeit, dass schwarz-gelb die Wahl gewinnen und rot-grün chancenlos wär. Ist eher der Wunsch der Vater des Gedankens? Warum beschränkt sich die Berichterstattung in den Medien nicht darauf sehr viel vorsichtiger und damit auch realistischer Zahlen aus Umfragen zu präsentieren? Warum berücksichtigen die Meinungsumfragen nicht explizit die Zahl der unentschlossenen Wähler? Soll hier der Öffentlichkeit bewusst ein falsches Bild suggeriert werden? Die sogenannte vierte Gewalt sollte ja durch unabhängige und kritische Berichterstattung dazu beitragen, dass sich der Wähler ein unverfälschtes Bild machen kann.  Warum kommt sie dieser Aufgabe nicht nach? Sind die Journalisten inzwischen so ungebildet, dass sie die Problematik von Umfrageergebnissen aufgrund statistischer Fehler nicht mehr kennen?

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11 Gedanken zu „Wahlumfragen und Manipulation der öffentlichen Meinung

  1. Weder wird aus den Krisengebieten eine seriöse Berichterstattung geliefert noch finden die dramatischen Entwicklungen in der Wirtschaft und auf den globalen Finanzmärkten in der Tagesschau statt. Stattdessen lieber Dönekes und Merkel-Hofberichterstattung: Merkel war da, Merkel war dort.

  2. Pingback: Was heißt Demokratie? | My Blog

  3. q.e.d.
    Das ganze geschwurbel um Prozentzahlen bei der Sonntagsfrage löst sich in Unwissen auf. Wie sagte Sokrates so schön: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-zur-bundestagswahl-schwarz-gelb-und-opposition-sind-gleichauf-a-921992.html

    Die fortlaufende Berieselung mit totsicheren Wahlprognosen, hat nur einen Zweck. Manipulation der öffentlichen Meinung. Damit ähnelt das Ganze den totsicheren Börsentips der sogenannten Börsenexperten.

  4. Darüber lässt sich nicht Diskutieren. Es ist tatsache das die Ganzen Sontagsfragen! meinungsmache sind. Und wer sagt mir das nicht die Wahlumfragen geziehlt gemacht werden können. Um geziehlt ein ergebniss erziehlen zu wollen?? Das kan keiner beantworten? Verschwörung??? Oder keine Verschwörung?? Man weis es nicht??? Auf jedenfall sollten die ganzen Sontagsumfragen und Meinungsforschunginsitute die Wahlumfragen nicht mehr Praktizieren. Ist meine Meinung. Den der Wähler wählt eh das was er will. Und der Dumme wähler wählt das was ihm die Meinunginstitute jeden Tag einflössen(Taktisch). Das Apell soll heisen denkt selber nach!! Und lasst euch nicht von den Medien beinflussen.

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