It’s Baack: Die nächste Finanzmarktblase ist da!

Nach dem Kollaps des globalen Finanzsystems wurde feierlich von den führenden Politikern insbesondre der G20-Staaten gelobt, dass man aus der Krise gelernt habe und jetzt Konsequenzen ziehen würde. Durch Eindämmung der Finanzmärkte insbesondere der hochspekulativen Geschäfte großen internationalen Investmentbanken im Bereich der Derivatmärkte sollte ein Riegel vorgeschoben werden. Von den Versprechungen ist am Ende nicht viel geblieben. Es ist geradezu ein Hohn, wenn Lloyd Blankfein jetzt die Politik für ihre erfolgreiche Reregulierung der Finanzmärkte lobt, die das System sicherer gemacht habe.[1]

Was ist stattdessen tatsächlich passiert?

Die großen Investmentbanken wurden offiziell zu systemrelevanten Finanzhäusern erklärt, die man im Falle einer Finanzkrise nicht pleite gehen lassen könne. SiFis genießen mithin weiter Narrenfreiheit.[2] Von der schärferen Finanzaufsicht und höheren Eigenkapitalvorschriften gerade für diese Masters of Desaster ist nicht viel übriggeblieben. Es wird immer wieder von der Anhebung der Eigenkapitalquoten als wichtigster Maßnahme gemäß den Basel III-Regeln gesprochen. Blickt man beispielsweise auf die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank[3] hat sich nahezu garnichts geändert. Betrug sie 2009 2,53 Prozent, so liegt sie jetzt im Jahr 2012 bei 2,7 Prozent. Wo ist da ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen?

In den USA[4] und der EU hat man die vereinbarte Umsetzung der Basel III-Regeln einfach ausgesetzt.[5] Stresstests zur Krisenanfälligkeit wurden wie jetzt zuletzt von der EBA auf unbestimmte Zeit ins kommende Jahr verschoben.[6] Die Kombination aus einem System von Zombiebanken, die eigentlich aufgrund einer de fact Insolvenz und fehlender Geschäftsmodelle abgewickelt werden müssten plus hochspekulativer multinationaler Großbanken mit SiFi-Status, die sich hinter den Zombiebanken verstecken können, hat dazu geführt, dass weiterhin das große Rad gedreht werden kann.

Geld zum Nulltarif

Die wichtigsten Zentralbanken – Fed, EZB, BoE und BoJ -haben weltweit den Zinssatz auf ein homöopatische Niveau knapp über Null reduziert. Das heißt ja nicht, dass die Akteure der Realwirtschaft sich zu diesen Nullzinsen hätten durch billige Kredit refinanzieren können. Jeder der nur einmal auf die astronomisch hohen Überziehungszinsen bei Girokonten von mehr als 11 Prozent schaut, wird rasch eines besseren belehrt. Nur wenigen ist es vorbehalten sich bei den Zentralbanken zu Minizinsen Geld zu leihen. Da aber der Transfer zwischen billigem Zentralbankgeld auf die Kreditmärkte für den größten Teil der Akteure der Realwirtschaft nur sehr begrenzt funktioniert, kann das Geld in andere Kanäle fließen. Via Eigenhandel und hochspekulativer Derivatgeschäfte und Investitionen in Immobilienmärkte als den größten Vermögenspool der Gesellschaft lassen sich prächtig kurzfristig hohe Spekulationsgewinne erzielen. Verlierer in diesem als Kasinokapitalismus bezeichneten System sind dann jeweils immer diejenigen, die zu spät in spekulative Märkte eingestiegen oder auch zu spät ausgestiegen sind. Ob Gold und andere Rohstoffe, Apple[7], Facebook-IPO[8] überall wurden temporäre Marktübertreibungen von großen Banken und Hedgefonds iniitiert und dann wieder platzen gelassen. Zuletzt gelang die eindrucksvoll Goldman Sachs beim Goldmarkt.[9] Solange es nur lokale Blasen sind, d.h. wenige Unternehmen und Bereiche betreffen, klappt dieses Melken ahnungsloser Anleger hervorragend. Selbst Warren Buffett[10], der Scheinheilge von Omaha, der mit seiner Äußerung, dass Derivate Massenvernichtungswaffen seien[11], mischt jetzt selbst im Derivatmarkt kräftig mit und scheffelt Milliardengewinne.[12] Offensichtlich ist es dem 81-jährigen sogenannten Value-Investor gleichgültig, wann die Bombe platzt. Er hofft vermutlich darauf, dass dies nach ihm oder zumindest nach seinem Ausscheiden bei Berkshire Hathaway[13] passiert.[14] Exit-Optimierung nennt man das. Wenn der Zeithorizont endlicher ist und der Zeitpunkt des Optimierungsendes näher rückt  besagt die optimale Kontrolltheorie, dass es zweckmäßig ist eine Fristentransformation der Kosten vorzunehmen. Man verlagert die Kosten innerhalb der Optimierungsperiode in einen Zeitbereich außerhalb dieser. Die französischen Könige[15] wussten es schon immer: „L’apres moi le deluge“, war ihre Devise.

Wir befinden uns bereits jetzt in der Phase einer Hausfrauenbörse

Mit Hausfrauenbörse bezeichnet man die Endphase einer Spekulationsblase an der Börse.[16] Nachdem jetzt weltweit die Börsen aufgrund der exzessiven Liquidität in den Finanzmärkten von historischem Höchststand zu Höchststand – siehe beispielsweise Dax[17], Dow Jones[18] oder Eurostoxx[19] – eilen, planen die Profis bereits den geordneten Rückzug. Man braucht dafür natürlich genug dumme Anleger, die jetzt noch auf hohe Gewinne hoffen und ihnen die überbewerteten Papiere abkaufen. Die Medien tragen ihr gut Teil zu dieser irrationalen Börseneuphorie bei.

Während die Wirtschaft insbesondere in Europa weiterhin in einer schweren Krise steckt, die Massenarbeitslosigkeit[20] in vielen Ländern auf historischen Höchststände geklettert ist, d.h. die Wirtschaft in Rezession und Wachstumsschwäche[21] verharrt, feiert die Börse Triumpfe und die Immobilienmärkte in den großen Weltstädte Rekordpreise.

Ob London[22], New York[23], Berlin[24], Tokio [25]oder Hong Kong, Beijing und Shanghai [26], die Immobilienblasen blühen und keiner will sie akzeptieren.[27] Es wird so kommen wie beim letzten Mal. Erst wenn die Blase geplatzt ist, wird man nachträglich ihre Existenz bestätigen und sich darauf versteifen, dass es unmöglich gewesen sei, sie vorherzusehen. Es dürfte jedoch nicht mehr allzu lange dauern, bis ein Knall, der weltweit zu hören sein wird, diese letzte aktuelle Finanzmarktblase platzen lassen wird. Die wirtschaftlichen  Folgen werden verheerend sein.

In Dänemark[28] und den Niederlanden[29] ist dies bereits der Fall. Aber wer nahm damals die Subprime-Krise in den USA ernst?[30] Eine entsprechende Legende wird uns erneut aufgetischt werden. Mervyn King baut bereits vor.[31] Ben Bernanke hat bereits sein Ausscheiden im kommenden Jahr zum Jahresanfang angedeutet.[32] Was an der EZB im Fall einer erneuten Finanzkrise mit Mario Draghi passiert, bleibt abzuwarten. Die Täter machen sich rechtzeitig aus dem Staub und überlassen das Feld anderen. Sie leben genau nach dem gleichen Prinzip; L’apres moi le deluge. Kein Exit der ultra-leichten Geldpolitik, sondern ein Exit der Akteure, die diese Cocktail angerührt haben. Alan Greenspan der Vater der Finanzblasen hat es ihnen vorgemacht.[33]


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18 Gedanken zu „It’s Baack: Die nächste Finanzmarktblase ist da!

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