Chinas Handelskrieg bei Photovoltaik-Panels

Jetzt ist wohl ein weltweiter Handelskrieg um den globalen Photovoltaikmarkt kaum noch zu verhindern. China steht dabei am Pranger. Es habe durch massive staatliche Subventionen zur Exportförderung versucht den Weltmarkt für sich zu erobern, so lautet der Vorwurf der insbesondere in den USA und Europa[1] gegen Chinas Hersteller erhoben wird.

Die USA haben bereits Strafzölle gegen den Import von Photovoltaikprodukten aus China verhängt.[2] Zwei chinesische Hersteller Suntech[3] und Trina Solar haben einen Strafzoll in den USA von rund 31 Prozent entrichten. Alle anderen chinesischen Hersteller werden sogar mit einem Strafzoll von rund 250 Prozent belegt.

 Suntech hat bereits Insolvenz anmelden müssen und wurde von der Stadtverwaltung von Wuxi vor dem Zusammenbruch und Abwicklung gerettet.[4] Damit ist nun auch Chinas größer Hersteller von der Photovoltaik-Krise betroffen.[5] Man hat rücksichtlos in China Kapazitäten aufgebaut, die weit über denen des chinesischen Marktes hinausgingen. Man wollte von vornherein den Weltmarkt im Sinne einer exportorientierten High-Tech-Strategie erobern. Nur liegen die großen Absatzmärkte derzeit eben noch in den USA und Europa.[6] Man war in China deshalb auf Gedeih und Verderb auf die Eroberung der Auslandsmärkte dort angewiesen.

Zuvor waren in den USA und Europa zahlreiche Hersteller wegen eines ruinösen Preiskampfes aufgrund weltweiter Überkapazitäten zusammengebrochen. In Deutschland war es auch SolarWorld[7], das den Gang zum Insolvenzrichter antreten musste. Jetzt wird über einen massiven Schuldenschnitt verhandelt, um eine Abwicklung zu verhindern. Kleinere deutsche Hersteller mussten bereits vorher aufgeben. Das kostet jetzt mühsam mit staatlichen Subventionen zuvor aufgebaute Arbeitsplätze, die als zukunftssicher angesehen wurden.[8]

Photovoltaik Preisentwicklung

Das Solar Valley[9] in Deutschland – einst Hoffnungsträger des Landes Thüringen – wurde so bereits zur Krisenregion. Die jetzt von der EU-Kommission für den Juni dieses Jahres angekündigten Strafzölle auf chinesische Ausfuhren von PV-Produkten in die EU kommen zu spät.[10] Die Lobbyorganisation ProSun[11], die eine Klage gegen das Preisdumping bei der EU-Kommission eingereicht hatte, verbucht das Ergebnis zwar als Erfolg ihrer Bemühungen, aber am Ende ist eine drastische Marktbereinigung in Europa und ein entsprechender Kapazitätsabbau nicht mehr verhinderbar.[12]

Nachdem jetzt die EU-Kommission reagiert hat, droht eine Ausweitung des Handelskriegs mit China.[13]

Der drastische Preisverfall bei Solarpanels, der in den letzten Jahren am Marktbeobachtet werden konnte[14], dürfte damit gestoppt sein.

  EEG-Umlage

Weil die Politik insbesondere auch in Deutschland zu spät auf diese Preisentwicklung reagiert hat, müssen jetzt die Stromkunden die Zeche über die EEG-Zulage zahlen.[15]  Die schwarz-gelbe Bundesregierung im Verein mit dem Bundesrat hat es versäumt, die Subventionen der Photovoltaik rechtzeitig drastisch zu kürzen, um Fehlanreize für einen unsinnigen Kapazitätsaufbau zu beseitigen.

Insbesondere auch chinesische Hersteller nutzten diese Gelegenheit um über den Aufbau gewaltiger Solarkraftwerke in Deutschland sich ihrer Überschüsse an Solarpanelen auf Kosten der deutschen Stromkunden zu entledigen. Ein Beispiel hierfür ist das 145 MW-Solarkraftwerk in Neuhardenberg.[16] Offiziell ging es im Oktober 2012 in Betrieb, obwohl es damals noch gar nicht seinen Strom in Netz einspeisen konnte. Nur de jure ging es in Betrieb um die höheren Subventionen noch abgreifen zu können.

Der Versuch der jetzigen Bundesregierung die vorherigen Regierungen und insbesondere die Grünen für das Desaster verantwortlich zu machen, ist nur ein Ablenkungsmanöver. Da die schwarz-gelbe Bundesregierung ja bis zum Gau der Kraftwerke in Fukushima zunächst mit der Laufzeitverlängerung[17] der alten AKWs beschäftigt war, verlor sie den angemessenen Aus- und Aufbau der alternativen Energien aus dem Fokus.[18]

Eine Pleitewelle in der deutschen Solarbranche die noch vor wenigen Jahren Weltmarktführer war, kam ihnen zu diesem Zeitpunkt gerade recht. Man hatte aber eben die Rechnung ohne die chinesischen Hersteller und willige Helfer aus Deutschland gemacht. Die nutzten diese Chance für einen einmaligen Installationsboom in Deutschland. Diese nutzten ihre Chance und werden die deutschen Stromkunden auf Jahre hinaus belasten. So wird der deutsche Stromkunde zum Opfer einer verfehlten Energiepolitik der schwarz-gelben Bundesregierung. Wenn es schon nicht mit der Laufzeitverlängerung geklappt hat, dann sollen die Ökos auch nicht triumphieren können.

Die ließ nach der beschlossenen Energiewende die Dinge einfach laufen.[19] Letztendlich wollten insbesondere wohl die liberalen im Bundeswirtschaftsministerium eine Revanche[20] an den Siegern der Energiewende, den Ökos, nehmen. So irrational kann eben auch Politik  in Deutschland sein. Schnelle Lösungen bei der Energiewende sind derzeit jedenfalls nicht in Sicht.[21] Es wird von allen beteiligten Akteuren auf Zeit gespielt.

Den Schaden einer solchen verfehlten Energiepolitik wird am Ende der Verbraucher zahlen. Nach der Finanzkrise, die durch zahlreichen bailouts und Rettungsschirmen vom Steuerzahler bezahlt werden soll, sollen jetzt die Verbraucher insbesondere die Privathaushalte ohne erneuerbare eigene Energieversorgung die Last schultern. Am Ende könnte unter diesen ständig neuen Lasten der Lastesel Verbraucher zusammen brechen, d.h. seinen Konsum anderweitig drastisch einschränken oder ganz in die Privatinsolvenz[22] abgleiten. Die Zahl der Privathaushalte, die ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen können und denen deswegen der Strom abgeschaltet wird, hat jedenfalls einen historischen Höchststand bereits jetzt erreicht.[23] Zweistellige Preissteigerungen beim Strom sind bereits jetzt auf der Tagesordnung.[24] Man hofft offensichtlich b ei Politik und Wirtschaft weiterhin auf die Trägheit der Masse in Deutschland. Es könnte jedoch sein, dass sie diesmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben.


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23 Gedanken zu „Chinas Handelskrieg bei Photovoltaik-Panels

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    http://www.bloomberg.com/news/2013-06-02/in-eu-china-solar-panel-slapdown-no-one-wins.html

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  9. Wie will man dagegen vorgehen, dass China massiv viel billiger in der Produktion von PV-Modulen wird, als Deutschland, die EU oder die USA.

    Unsere Hersteller haben damals ihre Fertigungsstraßen zu Ramschpreisen nach China verkauft, schon mit diesen und der finanziellen Unterstützung der chinesischen Regierung war die Produktion dort viel günstiger.

    Jetzt rüsten chinesische Firmen abermals auf und erneuern Ihre Produktionsstätten. Wie tief können europäische Unternehmen noch mit dem preis gehen. Ist ein Großhandelsendpreis von 30cent/kWp wirklich bald Realität?

    Geben wir der Branche 10 Jahre Zeit um es herauszufinden.

    • Offenbar ist das im Rahmen der WTO-Regeln und der EU äußerst schwierig. Hinzu kommt, das andere Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie oder der Maschinenbau um ihre Exporte nach China und Direktinvestitionen dort fürchten. Man läßt daher eher die Photovoltaikindustrie in Deutschland den Bach hinuntergehen, da sie die schwächere Lobby gegenüber den anderen Industrievertretern haben.

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