Was den deutschen Steuerzahler die Rettung Zyperns kosten würde

Ökonomie ist allgemein als schreckliche (dismail) Wissenschaft[1] verschrien.  Sie zeigt oftmals den Menschen die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten schonungslos auf.  Erich Schneider ein deutscher Ökonom hat dies unter dem Titel des kalten Stern der Knappheit einmal seinen Studenten nahegebracht.[2] Nun wollen wir einmal die Gegenrechnung aus deutscher Sicht für das Hilfspaket an Zypern aufmachen. Die

Die Troika hat Zypern Finanzhilfen in Höhe von 10,- Mrd. Euro zugesagt. Davon entfallen etwa 2,7 Mrd. Euro anteilsmäßig auf den deutschen Steuerzahler. Finanzier werden sollen diese Hilfen über den ESM.[3] Gehen wird einmal davon aus, dass Zypern diesen Hilfskredit auch tatsächlich über eine Laufzeit von 25 Jahren tilgen würde. Nach Aussagen von Klaus Regling[4] vor dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zahlen die jetzigen Empfänger von Hilfskrediten des EFSF/ESM zwischen Null und 2 Prozent Zinsen.[5] Das entspricht liegt unter den Zinssätzen, die der EFSF/ESM bei der Emission von Eurobonds am Kapitalmarkt für Eurobonds mit einer Laufzeit von 25 Jahre zahlen muss. Hier liegt der Zinssatz in etwas bei 3 Prozent.[6] Mithin liegen die Laufzeiten der Hilfskredite an Irland, Portugal, Griechenland und Spanien mutmaßlich unter den hier unterstellten 25 Jahren, was letztendlich, wenn die Kredite nicht vorher vollständig getilgt werden können, eine Refinanzierung notwendig machen wird.

Die derzeit von Zypern am Kapitalmarkt zuletzt zu zahlenden Zinsen betrugen 7 Prozent für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren.[7] Derzeit dürfte Zypern überhaupt keinen Kredit mehr von privaten Kapitalgebern erhalten. Würde nun der ESM die 10 Mrd. Euro zu Zinssätzen von 3 Prozent anstelle von Zypern am privaten Kapitalmarkt platzieren, dann ergäbe sich für Zypern eine Zinsersparnis von 4 Prozent. Mittels eines Tilgungsrechners[8] lassen sich so rasch die Zinsersparnisse für Zypern eines solchen durch den ESM subventionierten Kredit errechnen.

Bei einer Tilgungsdauer von 25 Jahren und einem Zinssatz von zuletzt 7 Prozent für Zypern würden gesamten Zinskosten sich beim deutschen Anteil von 2,7 Mrd. Euro auf insgesamt 2,457 Mrd. Euro belaufen. Bei einem Zinssatz via Eurobonds durch den ESM lägen sie bei nur 1,053 Mrd. Euro. Macht summa summa summarum eine Zinsersparnis von 1,404 Mrd. Euro, auf die der deutsche Steuerzahler de facto verzichten würde.  Mithin erhält Zypern von allen anderen Mitgliedsländern großzügige Zinssubventionen. Vermutlich werden die Transferleistungen am Ende sogar noch höher ausfallen, da die Zinskosten möglichweise wie im Falle Griechenland ganz erlassen werden. Des Weiteren bleibt das Risiko eines teilweisen oder totalen Zahlungsausfall ja bestehen, wenn Zypern am Ende doch noch Bankrott geht.

Stellt sich die Frage, warum der breiten Öffentlichkeit dieser Zusammenhang nicht mitgeteilt wird? Sollen die Steuerzahler aus den anderen Mitgliedsstaaten der Eurozone nicht merken, dass hier ihre Steuergelder verschenkt werden? Sollen die Zyprioten glauben, sie würden unerträgliche Lasten auf sich nehmen müssen? Jedenfalls scheint niemand auf der Geber und Nehmerseite ein Interesse daran zu haben, die Zusammenhänge der breiten Öffentlichkeit darzulegen. Nur manche Ökonomen wundern sich darüber, warum man hier nicht Transparenz und Klarheit herstellt. Es würde doch viel zum Verständnis der Lage beitragen können.

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