Zypern: Geldvermögensabgabe auf Bankeinlagen trifft auch griechische Kapitalflüchtlinge

Offenbar haben griechische Anleger rund 3. Mrd. Euro vor dem griechischen Fiskus retten wollen und deshalb nach Zypern geschafft. [1] Jetzt gehören sie ebenfalls zu denjenigen, die die Geldvermögensabgabe in Zypern leisten müssen.[2]   Das hatten offenbar viele von ihnen für unmöglich gehalten und sind jetzt empört. Man ist nun zum Kollateralschaden der Zypernkrise geworden. Dumm gelaufen. Dies Beispiel könnte demnächst sogar Schule machen. Geraten die Staaten in Not, dann ist eben am Ende jedes Mittel recht. Ob es am Ende die russischen Oligarchen ebenfalls so getroffen hat, muss sich zeigen, denn schließlich sind die vermutlich schlau genug, ihr Geld vielleicht auch bereits anderswohin transferiert zu haben oder durch internationale CDS  gegen solche Verluste abgesichert zu haben.[3] Schließlich wurde ja schon seit längerem eine Anlegerbeteiligung diskutiert, der das scheue Reh Fluchtkapital hätte zur Flucht veranlassen können. Ob mithin, die von den Finanzministern der Eurozone erhofften 5,8 Mrd. Euro aus der Geldvermögensabgabe am Ende fließen werden, bleibt abzuwarten.

Die Wirtschaftsgeschichte bietet für plötzliche Vermögensabgaben des Staates zahllose Beispiele. Eine besonders pikante ist die des Verbots des Goldbesitzes in den USA im Jahr 1933. Franklin D. Roosevelt erklärte so mittels einer Verordnung (Exceutive Order 6102[4]) vom 5. April 1933, dass der Privatbesitz von Gold in den USA verboten sei und alle Goldbestände zu einem festen Goldpreis von  20,67 US-Dollar an den Staat abgeliefert werden müssten. Wer sein Gold nicht zu einem Stichtag a 1. Mai 1933 abgeliefert hätte, dem drohten Gefängnis- und Geldstrafen bis zu 10.000 US-Dollar.  Damit verschaffte sich die damalige US-Regierung die vollständige Kontrolle über die in den USA lagernden Goldbestände. Später wurden diese dann mit 35,- US-.Dollar neu bewertet. Der Gewinn floss in die Taschen des US-Fiskus. Die Bürger waren ihr sicher geglaubtes Goldvermögen los und der Staat machte Kasse. Soviel zum Thema Gold als sicheres Anlagevermögen. Die Gesetze, die eine solche Anordnung als Teil von Notverordnungen des Staates ermöglichen, sind in den USA immer noch in Kraft. Mithin könnte sich ein solcher Vorgang jederzeit in Zeiten der Krise wiederholen und wäre völlig legal. Wie sagen die Juristen so schön, caveat emptor.[5]

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2 Gedanken zu „Zypern: Geldvermögensabgabe auf Bankeinlagen trifft auch griechische Kapitalflüchtlinge

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