Von Apple zu Amazon: Die Karawane der Spekulanten zieht weiter

Nachdem die Apple-Aktienblase fürs erste geplatzt ist[1], zieht die Karawane der Spekulanten in Internetpapieren weiter. Jetzt ist Amazon dran. Das Handelsblatt verkündet heute, dass der Kurs der Amazon-Aktie in die Höhe geschossen sei.[2] Ein Blick auf den aktuellen Kurs von Amazon bei der Nasdaq belegt das Gegenteil.[3] Tatsächlich brach der Amazon-Kurs um fast 6 Prozent ein. Wie kommt es, dass man plötzlich mit einer Amazon-Hype die breite Öffentlichkeit zum Kauf von Amazon-Aktien überreden will. Auch Bloomberg vermeldet aktuell, dass Amazon kaum insbesondere im Vergleich zu Apple profitabel ist.[4] Wer hat denn eigentlich Interesse an einer solchen systematischen Falschnachricht wie jetzt wieder im Handelsblatt?

Amazon bleibt ein hochspekulatives Investment. Sicherlich hat Amazon ein tragfähiges Geschäftsmodell, da man kostengünstig inzwischen ein breites Spektrum an digitalen und realen Produkten vertreibt. Man verfügt über ein hervorragendes System der Auftragsannahme, Bezahlungs- und Auftragsentwicklung. Sowohl die digitale wie auch die reale Wertschöpfungskette sind stimmig. Man hat sich mit den eigenen eBook-Readern, Tablet-PC wie den Kindle Fire auch für den Übergang von der analogen der digitalen Content-Welt bestens gerüstet. Amazon ist zum ALDI des Internets geworden. Auch als Anbieter von Cloud-Services ist er aus meiner Sicht hervorragend platziert. Aber das muss eben erst in entsprechende Erträge beim Unternehmen umgesetzt werden, die den Anlegern neben Kursgewinnen auch Dividenden bringen kann. Hier hapert es aber wie bei zahlreichen Internetunternehmen. Es gilt das Prinzip Hoffnung. Auch Apple hat trotz hoher Gewinne bis vor kurzem diese nicht an seine Aktionäre durch Dividendenzahlungen ausgeschüttet.[5] Damit bleibt dem Anleger nur die reine Kursspekulation. Wie jetzt die Apple-Aktionäre lernen müssen, gilt aber hier auch, dass Kursblasen platzen können. Das interessiert die professionellen Spekulanten wenig. Für sie gilt ja die Regel des schnellen Profits mittels Kursmanipulation. Danach muss nur rechtzeitig den Abgang finden und die Karawane zieht weiter. Für langfristige Investments ist aber die hohe Volatilität einer Aktie Gift, wenn man durch Kursstürze den Verkaufszeitpunkt der Aktie nicht bestimmen kann. Man wird für unüberschaubare Zeit zum Halten gezwungen, wenn man Verluste nicht realisieren will. Die Waffe der Spekulaten sind dann immer wieder ungedeckte Leerverkäufe. Die dienen nicht zur Nutzung überlegener Informationen, sondern zu erratischen Kursausschlägen, die Value-Investoren schädigen.

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13 Gedanken zu „Von Apple zu Amazon: Die Karawane der Spekulanten zieht weiter

  1. The nice story of naked short-selling

    The ugly story of naked short-selling

    Naked short selling redefining systemic risk (part 1 of 2)

    Since nothing in the regulatroy framework on naked short-selling has been changed expect the ugly naked short-selling to reemerge

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