Griechenland: Merkels Hintertürchen

Merkel steckt in der Zwickmühle. Einerseits hat sie sich für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ausgesprochen, andererseits sollen die Griechen ein Konsolidierungsprogramm der Troika umsetzen. Beides geht aber offensichtlich derzeit nicht. Entweder Merkel lockert das Konsolidierungsprogramm und wird damit unglaubwürdig, dass sie nur Geld gegen Reformen gibt, oder Griechenland muss die Euro-Zone verlassen, weil der Geldhahn zugedreht wird. Um den Gesichtsverlust zu vermeiden, hat sich Merkel jetzt ein Hintertürchen geöffnet. Die Europäische Investitionsbank  (EIB) soll jetzt Geld außerhalb der offiziellen Kanäle nach Griechenland fließen lassen. Die Mittel, die bereits über diesen Finanzierungsweg nach Griechenland fließen[1] sollen aufgestockt werden. Merkels Logik: „Das merkt ja keiner.“ Zudem hat ja die SPD bereits einem potentiell dritten Rettungspaket für Griechenland durch ihren Kanzlerkandidaten in spe ihr Plazet gegeben.[2] Ob zweiter Schuldenschnitt – jetzt zu Lasten der Steuerzahler der anderen Länder – oder mehr Geld – über welchen Finanzierungstrick, z.B. EIB, bleibt offen – man wirft weiter Steuergeld in das Fass ohne Boden. In Merkels Logik ist das alternativlos. Die Zeche wird uns noch präsentiert werden, aber – selbstverständlich erst nach der Bundestagswahl in Deutschland. Vorher werden immer weitere Nebelwände hochgezogen. „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass das auch drastische Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen oder Inflationsbeschleunigung[3] heißt.“ Michel und Micheline, träumt weiter. Das dicke Ende kommt bestimmt. Das Duo Draghi-Regling[4] bzw. Merkel-Steinbrück werden es schon richten. Täuschung der Öffentlichkeit über die wahren Hintergründe und Motive ist eben Teil der Politik. Es bleibt dabei: „Time is Money“.

Advertisements

3 Gedanken zu „Griechenland: Merkels Hintertürchen

  1. Merkels Finanzchaos. Offenbar soll ein geschönter Troika-Bericht jetzt die Auszahlung der seit Juni 2012 fälligen Tranche von 31, 5 Mrd. Euro jetzt ermöglichen. Da aber immer noch – nach derzeitigem Stand 13,5 Mr.d Euro fehlen – sollen die Griechen jetzt endlich die Sparbeschlüsse als Gesetz verabschieden. Als Notfallhilfe durch die Hintertür stopft dann die EIB das Finanzloch. Man stockt einfach das Eigenkapital der EIB um 10 Mrd. Eur auf und die vergibt dann Kredite an Griechenland. Rechte Tasche oder linke Tasche, so wird das Budgetrecht des Detuschen Bundestags ausgehebelt. Da Merkel keine Kanzlermehrheit dort hat, will sie unter allen Umständen es vermeiden sich nochmals vorführen zu lassen.

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/10/47172/

    Hinzu kommt – wie der Spiegel in seiner letzten Ausgabe Nr. 41 auf S. 73 zu berichten weiß, dass je nach Laufzeit die drei Krisenländer nur noch zwischen Null und zwei Prozent Zinsen an den EFSF zu zahlen haben. „Schulden – Mini-Zinsen für Pleitestaaten“.

    Das Problem ist jetzt, dass nichts mehr erlassen werden kann. Wer keine Zinsen mehr zahlt, dem können auch keine mehr erlassen werden. Während Wolfgang Schäuble noch von den hohen Zinsgewinnen aus den Hilfskrediten schwadroniert, gibt es überhaupt keine oder nur sehr niedrige Erträge. Die Öffentlichkeit wird also systematisch und fortlaufend über den Stand der Dinge getäuscht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s