Kohl-Festspiele: Mutti und Opi

Helmut Kohl soll geehrt werden. Anlass ein Jubiläum hinsichtlich seines Regierungsantritts als Kanzler. Am 20. September 1982 putschte sich Kohl durch ein Misstrauensvotum mit Hilfe der FDP in das Amt. Sein Weggefährte Hans-Dietrich Genscher machte sich zu seinem Steigbügelhalter und riskierte bewusst eine Spaltung der eigenen Partei. Danach musste die Deutschen sechzehn Jahre Kanzlerschaft durch Helmut Kohl erdulden. Der anerkannte Sozenhasser und Bimbesfreund , der nicht zuletzt dann doch eine Wahl verlor, weil die Bürger seiner überdrüssig waren, und der Reformstau unter seiner Kanzlerschaft das Land auf den Abgrund zusteuerte, will für sein Lebenswerk geehrt werden.
Ihm mit Hilfe der Kanzlerin schnell einmal noch den Friedensnobelpreis zu verschaffen ging bisher bekanntlich schief. Es soll nur noch der Glanz des Kanzlers der Einheit auf ihn herabstrahlen. Der gelernte Historiker weiß was Geschichtsfälschung ist und ist darum bemüht sein Bild als großer Deutscher mit einer weißen Weste durch eine Fülle von Kongressen der Weißwäscher, die jetzt am Werk sind, von dem menschlichen Makel seiner doch sehr kümmerlichen Existenz zu reinigen.
All seine zwischenmenschlichen Beziehungen und Niedertracht (Kurt Biedenkopf, Nobert Blüm, Heiner Geisler und Wolfgang Schäuble sind hier exemplarisch zu nennen), die er einschließlich seiner Familie ruiniert hat , sollen vergeben und vergessen werden. Seine bigotte Doppelmoral neben seiner Frau noch eine Geliebte wie Juliane Weber zu haben, die durchaus fleißige Nachahmer in allen Parteien gefunden hat , und sein Schwadronieren von einer ethisch-moralischen Wende waren von Anfang an verlogen.
Der Mann ohne Moral wollte die Deutschen Moral predigen. Ob Flick-Affäre oder andere dunkle Machenschaften, Kohl schreckte nie davor zurück skrupellos seinen Vorteil zu suchen. Trotz einer solchen Biographie soll er jetzt als Heroe der Deutschen auf den Sockel von Mutti und seiner Partei gehoben werden. Damit soll ein Riss in der CDU/CSU gekittet werden, nachdem Merkel Helmut Kohl ebenfalls im Rahmen der Parteispendenaffäre mittels eines Putsches vom Thron des Parteivorsitzenden gestoßen hatte und nun selbst die Macht ergriff. Derzeit wackelt Merkels Rückhalt in der Partei. Da macht sich diese Versöhnungsgeste gut. Piep, piep, piep wir haben uns alle lieb.
Jetzt soll alles vergeben und vergessen sein? Wohl kaum. Kohl muss jetzt als CDU-Opi seine Rolle für die Kanzlerin als Versöhnerin spielen. Mutti hat es so gewollt. Mitleid muss man deswegen nicht mit ihm haben. Er hat sein Schicksal verdient.

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5 Gedanken zu „Kohl-Festspiele: Mutti und Opi

  1. Dauerkandidat Helmut Kohl für den Friedensnobelpreis. Es wäre eine Ironie ohne gleichen, wenn er ihn für seine Rolle beim Euro gehehrt werden sollte.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/friedensnobelpreis-2012-favoriten-und-aussenseiter-kandidaten-a-860150.html

    Schließlich trägt er die Verantwortung für die Einführung des Euros trotz der bereits damals klar erkennbaren Probleme, das die Länder die Vorausetzungen für eine stabile Währunsgunion nicht erfüllen würden.

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