Griechenland: Die unendliche Geschichte

Griechenland ist nicht zu retten, schrieb ich im Juli 2011 anlässlich der Verabschiedung des zweiten Rettungspakets.[1] Nun zeigt sich die Weitsicht dieser Einschätzung, die auch Otmar Issing, der ehemalige Chef-Volkswirt der EZB, teilt. Die Troika kommt in ihrem derzeitigen Untersuchungsbericht zu dem Ergebnis, dass Griechenland bis 2020 das gesetzte Ziel seine Staatsschuldenquote auf unter 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken, nicht erreichen wird.[2] Mithin sind die beiden ersten Rettungspakete für Griechenland kläglich gescheitert. Auch der Schuldenschnitt von rund 100 Mrd. Euro konnte das Debakel nicht beenden. Griechenland kann auf absehbare Zeit seine Staatsfinanzen und seine Wirtschaft nicht konsolidieren. Mithin heißt das Mantra der Griechen – wir brauchen mehr Zeit – einfach, wir brauchen auf unabsehbare Zeit Transferleistungen der übrigen Mitgliedsländer. Damit nimmt die Transferunion der Eurozone ihren Lauf. Was immer Merkel und Schäuble den Deutschen versprochen haben, es ist gebrochen worden. Versprochen und gebrochen, das ist die Logik der ganzen Rettungspolitik der Eurozone.  Getreu dem alten Grundsatz Konrad Adenauers: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern,“ wird Politik gemacht.  Jetzt lautet das neue Mantra:; „Wir können nicht mehr zurück, wir haben Zuviel bereits in die Euro-Rettung investiert.“ Man hofft, dass diese Salamitaktik am Ende aufgeht, und die Bevölkerung den Weg in die Schuldenunion toleriert. Das das am Ende im Desaster endet, verschweigt man geflissentlich. Dann werden Merkel und Schäuble nicht mehr im Amt sein. So wie der Betrüger Blüm, den Deutschen suggerieren wollte, das die Renten sicher seien, soll jetzt die Rettung der Eurozone, als alternativlos dem staunenden Bürger verkauft werden. Die dicke Rechnung kommt aber bestimmt. Man versteckt sie nur durch Bilanzmanipulationen.

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8 Gedanken zu „Griechenland: Die unendliche Geschichte

  1. Ein Schuldenschnitt senkt zwar die Schulden Griechenlands auf ein möglicherweise tragfähiges Niveau, aber es beseitigt die Schwächen der griechischen Wirtschaft nicht.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/wirtschaftsforscher-wir-vermuten-dass-griechenland-nicht-zu-retten-ist/7242252.html

    Nicht zu retten bedeutet eben auch nicht weiteres Geld zu verbrennen. Griechenland ist bankrott und dementsprechend muss jetzt auch gehandelt werden.

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