EZB Interventionen am Markt für Staatsanleihen mittels Zinsschranken

Mario Draghi will der Öffentlichkeit einreden, dass es ein wirkungsvolles Verfahren gebe, um Zinsspekulationen durch entsprechend gesteuerte Interventionen der Zentralbank unattraktiv zu machen. Damit sollte dann nur ein gerechter Zins für die Refinanzierung von Staatsanleihen der Euro-Zone Krisenländer anfallen. Damit lenkt er offensichtlich davon ab, dass die EZB erneut vertragsbrüchig wird, wenn sie Staatsanleihen am sekundär oder vielleicht sogar am primären Markt aufkauft. Martialisch tauft man das dann Bazooka oder Dicke Bertha. Dabei geht es doch nur um Liquiditätsschwemme zugunsten der Gläubiger, die auf den problematischen Papieren der Krisenländer sitzen. Bail-out der privaten Gläubiger und Bail-in der Bürger der Eurozone insbesondere derjenigen wie Deutschland, die immer mehr in die Nettogläubigerposition gegenüber diesen Ländern geraten. Plötzlich soll dann im Falle eines Auseinanderbrechens der Währungsunion alle Forderungen gerecht verteilt und bedient werden. Er’s glaubt wird selig.

Zinsschranken oder –bänder sind Standardprobleme im Optionsderivatehandel

Draghi schafft für den Fall, dass ein solches Ankaufprogramm umgesetzt werden sollte, einen neuen hochspekulativen Markt für Zinsspekulationen. Je nach Modell werden dann eben Zinsoptionen in Form von Barrier Options[1] oder Zinsoptionen mit Double Barrier Options[2] gehandelt. Es geht nur um das entsprechende Wettmodell. Die Insider bei den großen Investmentbanken sind auf alle diese Möglichkeiten längste vorbereitet.

Mithin taugen Zinsschranken ob einfache oder Zinsbänder nicht zur Abwehr von Spekulanten, es lockt sie nur an. Die Zeche zahlt am Ende dann wieder der Steuerzahler in Deutschland oder auch anderswo. Vermutlich weiß Mario Draghi dies ganz genau, schließlich als ehemaliger Vize-Präsident bei Goldman-Sachs in London versteht er ja was vom Derivatehandel. Es könnte nur wieder kleinere und unerfahrene Spekulanten treffen, wenn sie sich an solchen etwas komplexeren Produkten versuchen. Mithin landet das Geld aus solchen Optionsgeschäften wieder wie gewohnt bei den Derivatehändlern der großen Finanzinvestoren. Schließlich hat es auch George Soros[3] damals die Bank of England zu knacken und einen Milliardengewinn aus dem hilflosen Versuch die Spekulation gegen das britische Pfund abzuwehren eingestrichen.

Fragt sich also: Qui bono, Mr. Draghi? Den Regierungen der Krisenländer und deren Banken plus den Investmentbanken, Hedgefonds und Private Equity Gesellschaften, die sich von solchen Mätzchen nicht werden abschrecken lassen. Vermutlich wurde mit Draghi als Präsidenten der EZB der Bock zum Gärtner gemacht. Er ist weniger dem Gemeinwohl der Bürger als den Interessen der Finanzbranche insbesondere auch denen in Italien verpflichtet. Den gerechten Zins wird die EZB sowieso nicht herausfinden können. Es ist und bleibt alles nur Verpackungskunst, um den wesentlichen Sachverhalt zu verschleiern. Den unbegrenzten Ankauf von Staatsschuldpapieren der Krisenländer durch die EZB. Da liegt der Hund begraben. Das Mechanism Design ist nur die Garnierung, die die breite Öffentlichkeit vom Wesentlichen ablenken soll. Zudem ist es nicht mehr Draghi, das Direktorium und die Präsidenten der Nationalen Notenbanken, die jetzt entscheiden, sondern eben ein pseudo-objektives Verfahren. So schleicht man sich aus der Verantwortung.

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2 Gedanken zu „EZB Interventionen am Markt für Staatsanleihen mittels Zinsschranken

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