Grexit: You beat the monkey to scare the chicken

Die Bundesregierung – so wurde jetzt bekannt – hat eine Planungsgruppe gebildet, die Strategien erarbeitet für den Fall, dass Griechenland die Eurozone verlässt.[1] Eigentlich ein ganz normaler Vorgang. Dass er jetzt publik wird, hat wohl seine Hintergründe. Man gibt damit der griechischen Regierung und allen Befürwortern für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone zu verstehen, dass die Option eines Grexit auf dem Tisch liegt. Durch die kompromisslose Haltung Merkels, dass Griechenland nun ohne jedwede Erleichterung die bereits gefassten Sparbeschlüsse seines Staatshaushalts umsetzen müsse und die Untersuchungskommission der Troika bis zum Oktober nun endlich ihren Bericht vorlegen wird, wird zusätzlich signalisiert, dass die griechische Regierung und das Parlament jetzt handeln müssen. Eine weitere Verzögerungstaktik von griechischer Seite soll nicht hingenommen werden.

Das gestrige Treffen von Francois Hollande und der Kanzlerin hat ebenfalls nochmals diese Haltung betont, wenn auch deutlich wurde, dass Frankreich eher zu Kompromissen bereit wäre.[2] Die alte asiatische Spruchwahrheit, dass man den Affen prügeln muss, um die Hühner zu erschrecken, hat aber noch eine andere verschlüsselte Botschaft. Die könnte an die Adresse der EZB gemünzt sein.

Die EZB unter Draghi’s Hühnerhaufen                       

Draghi versucht ja gerade eine erneute Welle des Ankaufs von Staatsanleihen durch die Zentralbank mit seiner Zinsschrankendebatte vorzubereiten.[3] Das Problem: Die toxischen Papiere, die die EZB aufkaufen würde, dürfen ja durch eine Staatspleite à la Griechenland entwertet werden.  Die EZB wäre ja dann gezwungen diese in ihrer Bilanz komplett abzuschreiben. Das würde sie jedoch schnell an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen, da ihr Eigenkapital damit wohl weitestgehend aufgebraucht wäre. Ohne eine Rekapitalisierung durch die Mitgliedsländer wäre damit auch die EZB als Kollateralschaden einer Griechenlandpleite zu beklagen. Otmar Issing, der ehemalige Chef-Volkswirt der EZB spricht sich offen für ein Gesundschrumpfen der Währungsunion aus.[4] Nur so könne der Euro als stabile Währung letztendlich erhalten werden. Die Gedankenspiele die EZB könne als Gläubiger ihre Vorrangrolle bei der Bedienung von Staatsschulden zugunsten privater Anleger aufgeben, dürfte in Berlin ebenso kritisch gesehen werden.[5] Die EZB bewegt sich immer mehr auf sehr dünnem Eis. Die großen Gläubigerländer wie Deutschland mögen die eigenmächtigen Vorstöße der EZB, die die Eurozone koste es was es wolle retten will, gar nicht. So lautet wohl auch die versteckte Botschaft an die EZB-Spitze, liebes Huhn Draghi am Ende entscheiden immer noch die Geldgeber, d.h. wir in Berlin, wo es lang geht. Keine eigenmächtigen Vorstöße. Da passt es gut, dass Merkel gerade wieder vom Forbes-Magazin zur mächtigsten Frau der Welt gekürt wurde.[6] Die EZB, Mario Draghi und erst recht nicht Jörg Asmussen können nicht gegen Merkel mit Aussicht auf Erfolg agieren.[7] Merkel verfügt über Mittel und Möglichkeiten der EZB einen dicken Strich durch Rechnung zu machen. Merkels versteckte Botschaft an Draghi: Ich Koch, Du Kellner.


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3 Gedanken zu „Grexit: You beat the monkey to scare the chicken

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