Wie die FDP ihr Überleben sichern will

Der FDP droht das politische Aus. Nachdem scheinbar grandiosen Wahlsieg bei der letzten Bundestagswahl, brannten bei ihrem Führungspersonal offenbar die letzten Sicherungen durch. Dabei vergaß man, dass dieser Wahlerfolg allein durch einen großen Teil der Leihstimmen aus dem CDU/CSU-Lager zustande gekommen war. Die Zweitstimme für die FDP, die Erststimme für die CDU/CSU war die Strategie, die insbesondere wegen der dadurch hohen Anzahl an Überhangmandaten der FDP eine hohe Zahl an Parlamentssitzen bescherte. Die CDU/CSU-Wähler waren zu dieser Schützenhilfe bereit, weil man die Große Koalition loswerden wollte.

Krawallpartei oder Leihstimmen?

Offenbar ist man sich derzeit in der FDP-Führung nicht sicher, was für eine Strategie man nach den letzten Wahlniederlagen einschlagen soll. Christian Lindner als Spitzenkandidat der FDP in der kommenden Wahl in Nordrhein-Westfalen möchte eher auf Seriosität und Leihstimmen aus der CDU setzen. Mit deren Leihstimmen könnte es ja am Ende auch zu einem erneuten Einzug in den Landtag reichen. Allerdings müsste man sich dafür die Sympathie der CDU-Führung sichern. Auch die Bundeskanzlerin würde ja nur zu gerne die FDP als Gegengewicht für möglich zukünftige Koalitionsoptionen in den Landesparlamenten und im Bundestag behalten. Sie bemüht sich deshalb redlich darum die FDP mit kleinen Zugeständnissen zu päppeln.

Leider spielen andere Teile der FDP um ihren Parteiführer Rösler und seinen Generalsekretär Döring nicht mit. Sie torpedieren wie im Falle der Schlecker-Pleite[1] oder jetzt im Falle des Haftbefehls der Schweizer gegen deutsche Finanzbeamte[2], mit ihrem Auftreten eine potentielle Solidarität seitens der CDU-Wähler. Wer sich so sehr zu Lasten des Koalitionspartners profilieren möchte, der reduziert dessen Bereitschaft mit der FDP via Leihstimmen noch solidarisch zu sein. Vielleicht klappt das ganze Manöver am Ende trotzdem noch, aber dann eher nicht wegen der FDP-Spitze, sondern trotz alledem. Die Froschkönigin Merkel muss dann aber mit ihren christlichen Parteigenossen noch manche FDP-Kröte schlucken. Wohl bekomms!

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7 Gedanken zu „Wie die FDP ihr Überleben sichern will

  1. Es zeigt sich nun, dass die FDP von der Schwäche der CDU in den Bundesländern profitiert. Mit ihren Wiederienzug in die Landtage von Schleswig-Holstein und NRW konnten unorthodoxe Liberale wie Kubicki und Linder frustriete Wähler von der CDU abspenstig machen.
    Mit Röttgen und de Jager hatte die CDU nicht ausstrahlungskräftige Kandidaten in Rennen geschickt. Die CDU offenbart zunehmend ein Personalproblem. Es fehlt an glaubwürdigen Persönlichkeiten in der Partei.

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