Chinesische Photovoltaik Exporte: Demand creates its own supply

massiven preisgünstigen Exporte in China gefertigter Photovoltaikmodule im letzten Jahr – von rund Zweidritteln der in Deutschland neu geschaffenen Kapazitäten von rund 7 Gigawatt ist die Rede, sind nicht nur durch die inländische Nachfrage in Deutschland entstanden. Chinesische Hersteller haben auch in einem erheblichen Umfang durch Tochterfirmen unter ihrer Kontrolle große Photovoltaikanlagen in Deutschland installiert. Finanziert wurden diese Anlagen mittels günstiger Kredite von chinesischen Geschäftsbanken, die unter der Kontrolle der chinesischen Regierung stehen.[1] Das zeigt wie smart chinesische Exporteure vorgehen, wenn sie Auslandsmärkte erobern wollen. Build and Operate heißt die devise oder Demand creates ist own supply.[2]

Say auf den Kopf gestellt[3]

Es ist erneut ein Beispiel dafür wie geschickt chinesische Hersteller mit Unterstützung der chinesischen Regierung ausländische Förderprogramme für ihre Zwecke nutzen. Die Solarförderung ist durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)[4] durch die Einspeisevergütung darauf ausgerichtet den Betrieb von Photovoltaikanlagen zu subventionieren. Mithin fallen durch den Betrieb von Photovoltaikanlagen für den jeweilige Betreiber entsprechend hohe Subventionen an, die für ihn einen lukrativen Anreiz zur Nutzung der Photovoltaik schaffen. Durch die die Billigkonkurrenz aus China bei gleichzeitigem Aufbau und Betrieb großer Photovoltaikanlagen in Deutschland können so auch für chinesische Betreiber solcher Anlagen in Deutschland ordentliche langfristige Renditen im zweistelligen Bereich von 11 Prozent und nach der jetzt erfolgten Anpassung des EEG[5] immerhin noch von 7 Prozent erwirtschaftet werden. Das ist unter den derzeitigen Verhältnissen in anderen Bereichen der Wirtschaft außergewöhnlich. Mithin finanziert der deutsche Steuerzahler als Stromkonsument den Verdrängungswettbewerb chinesischer Hersteller. Ähnliche Build-and-Operate-Strategien wendet die chinesische Exportwirtschaft auch in anderen Ländern und Geschäftsfeldern an. Man baut beispielsweise Infrastruktur(Straßen oder Eisenbahnlinien) in Afrika auf und lässt sich mit Rohstofflieferungen bezahlen. Man könnte es auch die kreative Anwendung der Strategeme 2 und 7 der altchineischen Stragemelehre[6] ansehen.

Die Vorfinanzierung liegt natürlich auch in der Hand chinesischer Banken. So gibt China bereits mehr Gelder für diese Art der Entwicklungshilfe aus als die Weltbank.[7] Der Aufbau erfolgt dann durch chinesische Baufirmen, die mit chinesischen Bauarbeitern das ganze Projekt abwickeln.[8] Dadurch bleibt der größte Teil der Wertschöpfung in chinesischer Hand. Da wie beispielsweise bei Rohstoffen und Lebensmitteln es auch vorrangig um die Sicherung des rapide wachsenden heimischen Bedarfs geht, gilt auch hier demand creates is own supply.

Hinzu kommt, das man was Korruption und Diktaturen nicht zimperlich ist.[9] Es ist eine aggressive Politik sich im globalen Wettkampf um Rohstoffe und Märkte sich seinen Anteil zu sichern. Die Kombination aus billigen Finanzierungskosten durch staatlich kontrollierte chinesische Banken kombiniert mit Build and Operate sowie teilweise Transfer, macht die Chinesen außerordentlich erfolgreich aus Auslandsmärkten.[10] Man hat schnell die Tricks der westlichen Industrieländer gelernt und erweist sich als Musterschüler ihre ehemaligen Lehrmeister zu überflügeln. Trotzdem berufen sich die Chinesen gerne immer wieder auf die eigene Rolle als Entwicklungsland.[11] Wie es gerade passt.


[1] Kathrin Werner: Chinas Banken heizen Solarpreiskampf an, in: Financial Times Printausgabe  vom 16. März 2012, S. 4.

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