S&P stuft Griechenland auf Selective Default herab

Der Schuldenschnitt Griechenlands steht jetzt auf Messerschneide. Die Ratingagentur S&P[1] hat jetzt offiziell Griechenlands Rating auf Selective Default[2] mithin teilweisen Staatsbankrott herabgestuft. Mithin muss jetzt der das dafür zuständige Gremium der International Swaps and Derivatives Association (ISDA)[3] zusammentreten, ob die ausstehenden Credit Default Swaps (CDS)[4] für Griechenland fällig werden. Am kommenden Mittwoch wird bei der ISDA die Entscheidung fallen.[5]

Werden die CDS fällig?

Auslöser ist die Verabschiedung eines Gesetzes durch das griechische Parlament, das nachträglich eine Collective Action Clause (CAC)[6] für die bereits ausgegebenen Staatsschuldverschreibungen anwenden will.[7] Damit will man erzwingen, dass die im Rettungspaket II vorgesehenen mindestens 90% der Privatgläubiger in den angestrebten Schuldenschnitt einwilligen. Da insbesondere institutionelle Investoren wie Hedgefonds in erheblichen Teil mit CDS abgesicherte griechische Staatsanleihen zum Schnäppchenpreis erworben haben, droht insbesondere von dieser Gruppe von Privatgläubigern massiver Widerstand. Schließlich will man ja seinen Schnitt machen, indem man die CDS-Zahlungen jetzt in Anspruch nimmt. Entscheidet daher die ISDA auf den Eintritt des Zahlungsausfalls, der CDS Zahlungen notwendig macht, dann ist das Problem ja noch nicht gelöst. Werden die 90 % des Schuldenschnitts der Privatgläubiger dann nur noch auf den verbleibenden Rest angesetzt oder nicht? Falls letzteres gilt, könnte bereits dann die 90% Quote nicht mnehr erreicht sein, wenn mehr als 10% der griechischen Staatsanleihen in der Hand von Privatanlegern mit CDS besichert worden waren.

Zwar verspricht, dass Griechenland den Ratingstatus SD verlieren würde, wenn die 90% der Privatgläubiger freiwillig in den Schuldenschnitt einwilligen, aber wie gesagt, das ist unwahrscheinlich, wenn man durch den CDS-Schadensfall diesen Verlust vermeiden kann. Ein weiterer indirekter Effekt könnte dann ebenfalls sein, dass das Rettungspaket II aufgrund dieser nicht eingehaltenen Konditionalität auch nicht zur Auszahlung kommt. Dann würde Griechenland sofort in den totalen Bankrott, Default (D), übergehen. Es könnte also eine Woche der unangenehmen Überraschungen werden.

Advertisements

3 Gedanken zu „S&P stuft Griechenland auf Selective Default herab

  1. Pingback: ISDA: Tag der Entscheidung über Griechenlands CDS | My Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s