Griechenland: Bail-in oder Bail-out?

Es dürfte beim jetzt anstehenden Treffen der Regierungschefs am Montag in Brüssel heiß hergehen. Nachdem von deutscher Seite die Aufgabe der Finanzautonomie Griechenlands gefordert wurde, bevor es frisches Geld aus dem zweiten Rettungspaket gäbe, sind die Fronten klar . Die griechischen Vertreter haben diese Forderung bereits zurückgewiesen.  Die EU-Kommission stellt sich grundsätzlich hinter Griechenland und versucht zu beschwichtigen.
Man will mehr Mitarbeiter von Brüssel nach Athen entsenden, aber die Entscheidungsgewalt bleibt bei den Griechen. Alles bleibt wie bisher. Die EU oder auch nur die Eurozone wird niemals zu einer Fiskalunion nach deutschem Muster. Alle Verträge, die dies sicherstellen sollen, werden genauso wenig Erfolg haben, wie der Stabilitäts- und Wachstumspakt zuvor. Merkel und Schäuble dürften um eine Illusion ärmer sein.
Das Prinzip in Brüssel und in der EU-Staatengemeinschaft heißt eben: Konsequent inkonsequent. Daran kann Merkel und Schäuble auch nichts ändern. Entsprechend ist das ganze System ein Fass ohne Boden, in dem ohne Ende immer größere Beträge versickern.
Wer jetzt noch Griechenland Geld für einen erweiterten Rettungsschirm von 145,- Mrd. Euro gibt, den Schuldenschnitt auf etwa 70 Prozent für die privaten Gläubiger durchsetzt und selber noch auf die vollständige Rückzahlung für die bereits geflossenen Hilfszahlungen von 109,- Mrd. Euro des ersten Rettungsschirms in einem erweiterten Schuldenschnitt verzichtet, weiß was er tut.
Er löst die griechische Schuldenkrise nicht. Er finanziert nur das marode griechische System bis zum nächsten Termin. Genau das ist es was die Griechen erreichen wollen. Sich dauerhaft von den „reichen“ EU-Staaten insbesondere eben auch Deutschland alimentieren lassen. Same, same not different.
Barroso versucht auch schon den Agenda-Wechsel. Wachstum und Beschäftigung heißt die neue Melodie.  Nicht Konsolidierung, sondern noch mehr Schulden sollen die Krise beenden. Konsolidierung wird auf den St Nimmerleinstag verschoben. Und wer zahlt dafür die Zeche? Natürlich die Deutschen. Zeit diese hoffnungslose Schuldenunion zu beenden.

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5 Gedanken zu „Griechenland: Bail-in oder Bail-out?

  1. die Luftnummer Sparkommissar

    http://www.ftd.de/politik/europa/:euro-krise-ein-sparkommissar-fuer-griechenland-waere-machtlos/60161433.html

    Es gibt keine wirksame Kontrolle über die Haushaltspolitik der einzelnen Mitgliedsländer. Damit ist aber die Idee der Fiskalunion tot.

    http://www.ftd.de/politik/europa/:euro-krise-deutsche-bremsen-bei-griechen-hilfe/60161471.html

    Ohne Kontrolle und Sanktionen sind alle Beschlüsse nichts wert.

  2. Hey, ich bin mal so frei und poste was im Blog. Sieht super aus! Ich nutze auch WordPress seit kurzem diverse Sachen verstehe ich aber noch nicht. Dein Blog ist mir da immer eine gute Motivation. Weiter so!

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