Mehr Geld, mehr Stabilität?

Der Streit um mehr Geld für den Rettungsschirm ESM/EFSF geht in die nächste Runde. Christine Lagarde und Mario Monti haben eine Verdopplung des Rettungsschirms auf 1 Billion Euro gefordert. Deutschland soll dabei erneut die Hauptlast tragen. Es ist eine Schraube ohne Ende. Willem Buiters, der Chefökonom der Citigroup, fordert bereits ein Volumen von 4 Billionen Euro.In der Finanzszene wird bereits mit Summen bis zu 10 Billionen Euro spekuliert.Offenbar gilt hier der Grundsatz, viel hilf viel.
Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist
Man sollte sich doch bitteschön an den alten Lehrsatz von Paracelsus erinnern. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass immer mehr Geld in Form von Risikoübernahmen durch die EU-Staaten durch Bargeld und Bürgschaften das System auf Dauer stabilisieren kann. Die Forderung wird doch immer wieder von der Finanzindustrie erhoben, um sich ihrer Lasten aus maroden Forderungen sowohl an den privaten Sektor – wie beispielsweise den Verbriefungen des Immobiliensektors – oder Mitgliedsstaaten, die am Rande der Staatspleite entlang schlingern, an die Allgemeinheit der Steuerbürger abwälzen will. Statt den Finanzsektor nun drastisch zu konsolidieren und notfalls weitgehend zu verstaatlichen, will man das Zombie-Bankensystem weiterhin am Leben erhalten.

Der Giftmüll nimmt nicht ab, sondern steigt weiter

Die dankt es den Regierungschefs, in dem sie immer mehr Giftmüll produziert. So stieg die Zahl der Finanzderivate auf einen historischen Höchststand in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 1,7 Mill. Neue Finanzderivate auf den Markt geworfen. Welche Risiken dort schlummern? Niemand kann es abschätzen. Man hat sich ja inzwischen darauf geeinigt, welches die gefährlichen Banken der Welt sind. Die Deutsche Bank zählt hierzu mit einer Bilanzsumme von über 2 Billionen Euro. Im Vergleich zu den anderen systemrelevanten Banken (Sifis) wird hier nicht konsolidiert. Man vertraut offenbar auf einen Bailout durch die Bundesregierung sollte es mit dem Risiko im Zuge der Krise eng werden, dass man aufgehäuft hat. Mit der lahmen Commerzbank bereits am Tropf des Staates könnte dann Deutschland schnell auch zum lahmen Mann Europas mutieren.

Regierungsversagen

Die Bunderegierung und die anderen Regierungschefs sollten statt immer mehr Geld ins System zu pumpen, die Banken endlich an die Kandare nehmen, um eine Kreditklemme der Realwirtschaft abzuwenden. Durch eine Restrukturierung –weg von den Derivaten und hin zum normalen Kreditgeschäft – ist der Finanzsektor zu stabilisieren. Dringlichkeit mehr Geld ins System zu geben besteht auch deswegen nicht, weil die EZB ja bereits 500 Mrd. Euro auf drei Jahre in diesem Monat an die Sifis verteilt hat. Was machen die? Sie parken es wieder unverzüglich bei der EZB. Und jetzt noch mehr Geld?

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3 Gedanken zu „Mehr Geld, mehr Stabilität?

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