Griechenlands Schulden-Odyssee

Die Verhandlungen zwischen den privaten Gläubigern und Griechenland sind am Wochenende beendet worden. Ob dabei eine für beide Seiten tragfähige Lösung zustande kam, bleibt derzeit offen. Einige Kommentatoren sehen eine Lösung andere nicht. Klar ist, dass es keine echte nachhaltige Lösung der Schuldenkrise Griechenlands geben wird. Es ist nur eine weitere Etappe in der griechischen Tragödie, die sich über die kommenden Jahre hinziehen wird.
Die Troika sucht nach einer weiteren Scheinlösung …
Die Troika hat jetzt erneut die undankbare Aufgabe eine Scheinlösung zu finden. Offensichtlich ist, dass die Vorgaben der bisherigen Stabilisierungsprogramme von Griechenland nicht eingehalten werden. Die notwendigen Strukturreformen kommen nur im Schneckentempo voran, wenn sie nicht bewusst sabotiert werden. Man hofft in Griechenland weiterhin auf einen Bail-Out und dabei schauen alle hoffnungsvoll auch innerhalb der EU auf Deutschland.
… die EU-Regierungschefs auch
Deutschland soll der Zahlmeister Europas sein. Griechenland ist da nur die Anzahlung, die zu leisten wäre. Italien, Portugal, Spanien und Irland stehen bereits bereit in der Kulisse, um ihre Forderungen auf den Tisch zu legen. Sobald Griechenland einen Bail-Out durch die Zusage der Kanzlerin erhalten würde, folgen die anderen auf dem Fuße. Gleichzeitig blockiert man grundlegende Reformen, die zu einer wirkungsvollen Kontrolle für eine Fiskalunion führen könnten. Man will den Blankoscheck ohne Konditionalitäten. Es dürfte also heute wieder ein heftiges Gezerre geben, wenn sich wieder einmal die Staats- und Regierungschefs versammeln. Die Ergebnisse werden wie bisher auch opaque bleiben. So schleppt man sich von Gipfel zu Gipfel in der Hoffnung die Finanzmärkte werden des Treibens am Ende müde sein und sich mit der Lage arrangieren. Fortschritte? Nun ja, wenn dann millimeterweise, wenn überhaupt.

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11 Gedanken zu „Griechenlands Schulden-Odyssee

  1. Hier eine halbwegs aktuelle Zusammenstellung der griechischen Staatsschulden.

    „Nach Angaben des griechischen Finanzministeriums hat das Land rund 352 Mrd. Euro Schulden. Gut 90 Mrd. Euro entfallen auf Kredite. Diese kommen vom IWF (20 Mrd. Euro), von den Euro-Partnern (53 Mrd. Euro) sowie anderen Geldgebern (rund 20 Mrd. Euro). Weitere 260 Mrd. Euro entfallen auf Staatsanleihen. Es wird geschätzt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) davon rund 55 Mrd. Euro in den Büchern hat. Die restlichen gut 200 Mrd. Euro verteilen sich auf private Gläubiger.“

    http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-wem-griechenland-wie-viel-schuldet/60159993.html

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