Euro-Wechselkurs auf Talfahrt

Der Euro-Wechselkurs ist seit Ende Oktober 2011 um rund 10 Cent gegenüber dem US-Dollar gefallen.  Die Stimmen mehren sich, dass diese Abwertung auch in diesem Jahr sich in den kommenden Monaten fortsetzen könnte.  Bisher kann man den Mitgliedsländern der Eurozone nicht vorwerfen, dass der Euro unterbewertet sei. Seine Kaufkraftparität zum US-Dollar liegt bei 1,20 US-Dollar je Euro. Mithin ist derzeit durchaus noch Luft nach unten. Im Jahr 2010 wurde kurzfristig auch dieser Wert kurz erreicht.  Man sollte sich daher nicht wundern, wenn im Laufe dieses Jahres der Euro weiter an Außenwert verliert. Schließlich dürfte die Eurozone mindestens im ersten Halbjahr in die Rezession – den lange befürchteten Double Dip – fallen.
Schwächerer Euro durchaus gerechtfertigt
Mithin gibt es allen Grund auch den Außenwert des Euros den Verhältnissen anzupassen. Es käme insbesondere auch den Ländern wie Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien zugute, die derzeit wegen des Abbaus ihrer strukturellen Haushaltsdefizite besonders hart von der Rezession betroffen sind. Ein stiller Gewinner wäre aber eben auch die deutsche Wirtschaft, die durchaus aufgrund weiterhin hoher Auftragsbestände hoffnungsfroh in das neue Jahr blickt.  Sollte es zu einer deutlichen Abwertung des Euros in den kommenden Monaten kommen, dann könnte dies aufgrund eines zusätzlichen Zugewinns bei der preislichen Wettbewerbsfähigkeit den deutschen Export beflügeln. Mithin könnte ein schwächerer Euro einen nicht unwichtigen Beitrag zur Konsolidierung der Eurozone leisten. Wegen schwacher Binnennachfrage in den Krisenländern könnten diese sich zumindest über den Export in Länder außerhalb der Eurozone teilweise etwas Luft verschaffen.
Binnennachfrage in Deutschland wird voraussichtlich etwas steigen
Kommt noch eine etwas stärkere Einkommensentwicklung insbesondere bei den Löhnen und Gehältern in Deutschland hinzu – derzeit sind ja etwa 3 Prozent als Richtwert im Gespräch  – könnte ein fast optimaler Policy Mix herauskommen. Deutschland könnte als interne Konjunkturlokomotive mit mehr Importen aus der Eurozone den Krisenländern die erhoffte Unterstützung gewähren ohne gleichzeitig seine internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit aufgrund der Abwertung des Euros zu gefährden.
Rache ist süß oder die Schwäche ist unsere Stärke
Die anderen Länder wie China, Japan oder die USA würden für ihre mangelnde Unterstützung zur Stabilisierung des Euro über diesen Kanal zur Kasse gebeten. Wer in der Eurozone nicht investiert und seine Mittel dort abzieht, muss eben  auch mit den Konsequenzen leben. Nur dürfte die Inflationsrate innerhalb der Eurozone wegen der importierten Inflation nicht ganz so schnell vonstattengehen, wie von der EZB erhofft. Jedenfalls dürfte ein schwacher Euro den anderen Ländern durchaus Kopfzerbrechen bereiten. Schließlich gilt die alte Regel: There is plenty of room at the bottom. Schließlich stand der Euro ja bereits im Jahr 2000 einmal bei rund 0,83 US-Cents.

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10 Gedanken zu „Euro-Wechselkurs auf Talfahrt

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