Die Eurozone als Schuldengemeinschaft? Post hoc ergo propter hoc?

Der Druck auf die Bundesregierung wächst weiter an. Die Katstrophenszenarien über ein Scheitern der Eurozone[1], d.h. ein Ende der Eurozone[2], eskalieren.[3] Der Alt-Kanzler Schmidt warnt vor national-egoistischer Haltung der Deutschen auf dem SPD-Parteitag.[4]Alt-Kanzler Schröder stößt ins gleiche Horn. Die SPD-Troika folgt ihnen auf’s Wort.[5] Genscher versucht den Widerstand in der FDP zu brechen.[6] Europa oder Nicht-Europa so lautet die Frage, vor die man die Deutschen stellen will. Aus dem Ausland gibt es sowieso eine breite Front, die Deutschland zum Zahlmeister Europas sich auserkoren hat. Mithin ohne Eurobonds und Fiskalunion geht nichts mehr, so lautet die politische Botschaft.

Was dann passieren würde, ist jedoch völlig offen. Oder doch nicht?

Dabei schweigen alle Beteiligten, was dann passieren würde, wenn es dann die heiß ersehnten Eurobonds gäbe. Klar würden die Börsenkurse in die Höhe schnellen und die Banken weltweit sich ihrer toxic papers aus Staatschuldverschreibungen auf die eine oder andere Art elegant entledigen.

Und dann? Bricht dann das neue Wirtschaftswunder aus? Dann wird alles gut? Oder sitzen dann die Deutschen genauso tief in der Tinte wie allen anderen Europäer auch? Wo sind denn die positiven Perspektiven? Der eklatante Bruch der Maastricht-Verträge insbesondere der No-Bailout-Klausel zerstört doch jeden Glauben an die Gültigkeit jedweder Verträge in der Staatengemeinschaft. Freiwillig würde Deutschland doch dieser Zwangskollektivierung nicht zustimmen. Warum auch?

Werden dadurch die Staatschulden weniger? Nein! Werden dann die Zinsen auf ein erträgliches Niveau fallen? Wer weiß? Schließlich werden die privaten Anleger ja gottfroh sein, dass sie ihren Müll so elegant entsorgt haben. Hat sich unsere politische Elite nicht immer wieder die Welt schöngeredet? Ein Versprechen nach dem anderen, eine Prognose was dann wunderbares nach den Rettungspaketen Eins, Zwei, Drei passieren würde, hat sich doch als völliger Unsinn erwiesen. Man will doch nur Zeit gewinnen, sonst nichts. Wem nützt diese Zeit? Denjenigen die wie in Griechenland ihr Geld und Vermögen in Sicherheit bringen. Die Dummen sind doch die Otto-Normalverbraucher. Denen werden dann die Ruinen einer zusammengebrochenen Währungsunion überlassen. Man hat seine Schäfchen nur vorher in Sicherheit gebracht.

Die Fehler wurden doch jahrelang vorher gemacht. Dort wurde der Dreck von Schuldenmachen immer wieder unter den Teppich gekehrt. Man hat bereits mit dem Beginn der Währungsunion immer wieder den Vertrag gebrochen und – Gerhard Schröder sei Dank – im Jahr 2005 noch soweit aufgeweicht, dass man einfach weiterwursteln konnte. Dann kam die Krise und das Kartenhaus brach zusammen.

Und jetzt rettet uns die Schuldenunion? No way. Hier werden nur die Bürger wieder hinters Licht geführt. Die Eurozone ist nicht zu retten. Alle, die halbwegs bei Verstand sind, wissen es. Was jetzt stattfindet ist ein blame game. Man versucht die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben.

Die USA und Großbritannien als Hort der Finanzinnovationen, die zur weltweiten Spekulationsblase geführt haben, wollen jetzt den stubborn Germans die Schuld zu schieben. Frankreich und die Schuldenstaaten der Eurozone hoffen sich durch einen Bail-Out Made in Germany zu retten. Die Geschäftsbanken wollen von den Staaten – d.h. den einfachen Steuerzahlern – gerettet werden. Nur wer rettet am Ende die Bürger? Niemand!

That’s Rule of the Game. Die Internationale der Egoisten ruft den Bürger insbesondere in Deutschland sollen ihre Wohltäter sein. Sterntaler lässt grüßen.

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