Endspiel: Ratingagenturen warnen vor EFSF und ESM

Die Ratingagentur S&P hat vor der Einführung des erweiterten EFSF und ESM gewarnt. Dadurch könnten die Bonitätsnoten der Kernländer der Eurozone wie Frankreich und Deutschland in Mitleidenschaft gezogen werden. Ihnen drohe dann auch eine Herabstufung. Damit kommen sie ihrer Aufgabe nach und zeigen, dass die Kollektivhaftung der Mitgliedsländer zwangsläufig zu einer schweren Hypothek für auch die gut bewerteten Länder wird.

In ihrer Not wollen die Mitgliedsländer immer mehr durch Kollektivierung der Schuldenlasten durch das Bürgschaftssystem zum Bail-Out von Krisenländern und Banken der Eurozone das Auseinanderbrechen der Eurozone verhindern. Das ist jedoch ein Spiel mit dem Feuer. Sinkt die Bonität der stabilen Kernländer, dann steigen dort die Zinskosten. Der scheinbare Gewinn der Krisenländer wie Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien wird dann durch die Zusatzkosten für Deutschland und Frankreich überkompensiert. Man landet dann eben nur solidarisch in der Schuldenfalle. Mit gefangen mit gehangen heißt, so lautet die Parole der Euroretter. Euro gerettet Eurozone zerbrochen.

 

Die Gläubigerländer der Eurozone fordern mehr Einsatz

Im Gegensatz dazu fordern die Gläubigerländer der Eurozone insbesondere China und die USA noch höhere Bürgschaften von Deutschland. Sie sehen ihre Forderungen gegenüber der Eurozone in Gefahr und hoffen, dass ihnen ein riesiger Zahlungsausfall erspart bliebe.

Schließlich sitzt China bereits auch auf einer halben Billion Euro an Devisenreserven. Zerbricht die Eurozone, dann müssen die Gläubigerstaaten mir riesigen Verlusten rechnen. Auch die USA haben schwer zu beziffernde Summen in Europa investiert. Schließlich sitzen in den meisten Aufsichtsträten der großen multinationalen Konzerne inzwischen Hedgefond-Manager von großen US-Hedgefonds.

Das zeigt aber auch, dass jeder nur an seine eigene Sicherheit denkt. Von gemeinsamen Handeln keine Spur. Spätestens, wenn es um eine Reform des Weltwährungssystems und der globalen Finanzmarktverfassung geht, kämpft jeder für seine spezifischen Interessen. Mit der Solidarität ist es weltweit auch nicht weit her. Die Risikoübernahmen durch EFSF und ESM sind nicht die Lösung, sondern eher die Ursache der Probleme der Eurozone. Deutschland hat bereits mehr an Risiko auf sich genommen als rational vertretbar ist. Mehr geht nicht, danach droht der eigene Absturz.

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