Bernanke: Twist and Shout in der Geldpolitik

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts war der Twist ein Modetanz der kurzzeitig durch die Jugendszene zur Zeit der Rolling Stones und Beatles schwappte. Den Klassiker dazu haben die Beatles geschrieben: Twist and Shout. Nun hat Bernanke auch den Twist entdeckt. Wie Chubby Checker ruft er: Let’s Twist again. Er will die Yield Kurve der US-Finanzmärkte ein wenig verdrehen. Man könnte es auch den Plattmacher der Yield-Kurve nennen.

Mit dem Einsatz von 400 Mrd. US-Dollar möchte er die Yield-Kurve durch Ankäufe von langfristigen US-Staatsanleihen nach unten drücken. Dafür will er die freiwerden Mittel der Fed aus auslaufenden US-Staatsanleihen am kurzen Ende einsetzen, um den Bestand an US-Staatsanleihen stabil zu halten. Für ein echtes Quantitative Easing fehlt ihm die Unterstützung bei den übrigen Mitgliedern des Zentralbankrats vom US-Kongress ganz zu schweigen. Die Hoffnung: Die übrigen Anleger könnten aufgrund fallender Kurse dazu bewegt werden ihre Anlagen umzuschichten und eher in Aktienvermögen zu investieren. Ob das klappt, um die erhofften Wirkungen zu erzielen darf bezweifelt werden. Letztendlich zeigt es nur, dass auch der Fed langsam die Möglichkeiten einer Stimulierung der US-Wirtschaft ausgehen.

Double Dip oder Wachstumsschwäche?

Noch zeigt sich der IWF in seinem jüngsten World Economic Outlook für die US-Wirtschaft optimistisch. Er geht für dieses Jahr von einem realen Wirtschaftswachstum von 1,5% in diesem Jahr und 1,8% im kommenden Jahr aus. Ob das am Ende so kommt, wird vom Autor dieses Beitrags bezweifelt. Da die US-Wirtschaft derzeit nur durch die massiven Interventionen der US-Notenbank schon längst in der Schuldenfalle steckt, d.h. der US-Staatshaushalt, der immer noch ein sattes Haushaltsdefizit von für dieses Jahr geschätzten -10,3% des Bruttoinlandsprodukts und -7,9% im kommenden Jahr nach den Prognosen des jüngsten Fiscal Monitor des IWF ausweist, könnte leicht bei einer Rezession wieder dramatisch nach oben schnellen.

Selbst wenn die optimistischen Prognosen des IWF für die USA einträfen, dürfte dies für den US-Arbeitsmarkt zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Das Job-Programm der US-Regierung und schöne Reden von Obama hin oder her, es fehlt an den notwendigen fundamentalen und psychologischen Voraussetzungen, um die US-Wirtschaft wieder auf einen selbstragenden Wachstumspfad zu bringen. Schließlich Obama sein Beschäftigungsprogram durch den US-Kongress bringen. Hier werden sich aber voraussichtlich die Republikaner im Repräsentantenhaus querstellen. Hinzu kommt, dass Obama jetzt ein drei Billionen US-Dollar Schuldensenkungspaket gleichzeitig durch den Kongress bringen will.

Wie das unter den derzeitigen politischen Machtverhältnissen gelingen soll, steht in den Sternen. Vielleicht versucht’s Obama ja mit einem Schulden-Jobs-Break-Dance. Irgendwie wirkt derzeit alles in der US-Geld- und Fiskalpolitik ziemlich absurd, aber that’s entertainment, the show must go on.

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