Vor dem nächsten Black Wednesday?

Mit dem schwarzen Mittwoch wurde der Austritt der Briten aus der Währungsschlange des EWS im Jahr 1992 bezeichnet. Die Bank von England versuchte damals vergeblich gegen die Spekulation gegen das britische Pfund, dieses nicht in den vorgesehenen Bandbreiten halten zu können, mit seinen beschränkten Devisenreserven dagegen zu wetten. Einer der Hauptprofiteure war damals George Soros, der zum Super-Spekulanten avancierte und damit Geschichte schrieb.

Derzeit droht zunächst Griechenland der Staatsbankrott

Seit dem vergangenen Jahr seitdem die prekäre Lage Griechenlands öffentlich bekannt geworden ist, hat auch eine Spekulationswelle eingesetzt, die auf einen Staatsbankrott Griechenlands spekuliert. Insbesondere durch die Credit Default Swaps (CDS) auf einen griechischen Staatsbankrott kann auf eine Staatspleite gewettet werden. Derzeit stehen die Wetten gegen Griechenland auf eine Staatspleite auf einem hohen Niveau, wenn sie auch gegenüber dem Höchststand etwas gefallen sind. Mithin ist das Vertrauen der Finanzmärkte inklusive der Spekulation auf einem Staatsbankrott Griechenlands immer noch auf einem historisch einmalig hohen Niveau. Zwar kann der Markt die Staatsinsolvenz nicht erzwingen solange es noch Kreditgeber wie die Mitgliedsländer der Eurozone gibt, aber die Frage bleibt, wie lange man in der derzeit aussichtlosen Situation einer normalen fiskalischen Stabilisierung Griechenlands mittels Ausgabenkürzen, Steuer- und Abgabenerhöhungen sowie Zinssubventionen durch die EU noch dieses Spiel durchhalten kann und will. Dreht die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission den Griechen den Geldhahn zu, ist die Staatspleite perfekt. Mithin müssen immer höhere Einsätze der Mitgliedsländer eingesetzt werden, um Griechenland vor der aktuellen Pleite zu bewahren. Eine nachhaltige Lösung ist das nicht. Mithin muss man sich nicht wundern, wenn die Spekulation über die Griechenlandpleite anhält, ob das Merkel und Schäuble gefällt oder nicht. Da Deutschland als größtes Mitgliedsland der Eurozone die höchsten Einsätze bei der Griechenland-Wette einzahlen muss, droht eben auch dem deutschen Steuerzahler der größte Verlust falls es schiefgeht.

Verbote in Deutschland und einige andere EU-Mitgliedsländer auf Wetten gegen Griechenland

Man hat bereits versucht, Wetten von Privatanlegern für eine Staatspleite Griechenlands und anderer Mitgliedsländer der Eurozone zu verbieten. Allerdings bezieht sich das Verbot nur auf ungedeckte Leerverkäufe. Das bleibt aber ein stumpfes Schwert, wenn andere Länder wie beispielsweise Großbritannien oder die USA hier nicht mitmachen. Dann werden eben diese spekulativen Wetten dort abgeschlossen und nicht in den Ländern in denen die Verbote bestehen. Die Solidarität der Angelsachsen mit den Griechen ist nicht so groß, dass sie sie vor derartigen spekulativen Attacken schützen wollen.

Endspiel und Zahltag

Mithin brauchen sich die Spekulanten nur in Geduld üben. Gelingt es Griechenland nicht sich aus seinen finanziellen Nöten entsprechend der Konsolidierungspläne auf die sie die Troika verpflichtet hat, zu befreien, dann schlägt die Stunde der Spekulanten. Die Staatspleite wird zum Zahltag und die Griechen und ihre Helfer zahlen die Zeche. Dieser Tag X dürfte nicht mehr in allzu ferner Zukunft liegen. Die Verluste, die dann insbesondere den deutschen Steuerzahlern entstehen, werden erheblich sein. Die Verantwortung für diesen Finanzgau trägt dann die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister. Sie haben diesen Weg eingeschlagen und müssen dann auch für ihr Scheitern die Verantwortung übernehmen. Das ist wohl der Stand der Dinge.

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