Die bisherige Horrorbilanz der Euro-Rettung

Euro-Fighter müssen der deutschen Bevölkerung immer gigantischere  Summen für die Eurorettung einräumen. Da ist das Rettungspaket I mit dem sich Deutschland wie überall was auf EU-Ebene geschieht mit 27% beteiligt. Macht summa sumarum knapp 30 Mrd. Euro. Dem folgte der EFSF mit 750 Mrd. Euro. Das macht aus direkten Einzahlungen plus Bürgschaften nochmals 202 Mrd. Euro. Am Sonntag wurden Berechnungen der Deutschen Bank bekannt, dass sich die Aufstockung und Reform des EFSF für Deutschland im Extremfall auf über 400 Mrd. Euro beziffern könnten. Es könnten sogar noch etwas mehr Milliarden sein. Das ifo kommt wegen der Zinszusagen auf 465 Mrd. Euro. Macht insgesamt bereits für Griechenland-Rettungspaket und EFSF rund eine halbe Billion Euro mit der der deutsche Steuerzahler ins Risiko geht.

Ist das alles?

Keineswegs. Es kommen als weitere Risiken die Käufe der EZB von  Staatsschuldverschreibungen hinzu, die sich derzeit – Stand 9. September 2011 – bereits auf 142,8 Mrd. Euro belaufen. [1] Davon entfielen erneut mindestens 27% auf Deutschland im  Falle von Staatsinsolvenzen, d.h. 35,6 Mrd. Euro. Hinzu kommen ungefähr 310 Mrd. Euro Target-Kredite bei der Bundesbank, die diese im Interbankenmarkt anderen Zentralbanken aus den Krisenländern eingeräumt hat. Ein Ende dieser unkontrollierten Kreditexpansion ist derzeit nicht absehbar. Macht derzeit bereits 345,6 Mrd. Euro.

Ist das alles?

Keineswegs. Kommt der Eurobond, dann würden die Zinskosten für die rund 2 Billionen Euro Staatsverschuldung deutlich ansteigen. Schätzungen schwanken hier wild durcheinander. Die bisher pessimistischste des ifo liegt bei knapp 50 Mrd. Euro jährlich. Was aus der Bonität Deutschlands würde steht dabei ebenfalls in den Sternen. Das Triple-AAA wäre jedenfalls hochgradig gefährdet.

Ist das alles?

Keineswegs. Deutschland musste ja seine Banken wie die WestLB und die HRE retten. Hier fallen ebenfalls jährlich Verluste an, die vom Steuerzahler gedeckt werden müssen. Des Weiteren ist der Staat ja auch noch an der Commerzbank mit einer Bilanzsumme von derzeit 800 Mrd. Euro mit 25% beteiligt. Hinzu kommt dass die Deutsche Bank als Sifi mit einer Bilanzsumme von 1,9 Billionen sollte sie in eine Schieflage kommen auf eine Staatshaftungsgarantie vertrauen kann.

Frage: Ist der deutsche Staatshaushalt unter solchen Risiken überhaupt noch zu retten?

Man muss schon ein hoffnungsloser Optimist sein, um zu glauben, dass das am Ende gut gehen kann. Offenbar spürt die Bevölkerung bereits, dass da was faul ist im Staate Deutschland. (82% der Bürger jedenfalls äußern ihr Misstrauen gegenüber die derzeitige Politik Merkels zur Rettung des Euro und der Banken. Eigentlich sollten sie sich auf den Weg machen, um die Kanzlerin und ihren Finanzminister schleunigst aus dem Amt zu jagen. Jürgen Stark hat völlig recht, wenn er die Bürger warnt, dass die scheinbare Solidität Deutschlands bei den Staatsfinanzen in Gefahr ist. Die Frage bleibt offen, wie kommen wir halbwegs mit zwei blauen Augen aus dem ganzen Schlamassel, das uns die beiden Bundesregierungen schwarz-rot und schwarz-gelb eingebrockt haben wieder heraus?
[1] Zurück zu den Ursprüngen, Interview mit Bundesbank Präsident Weidmann im Spiegel Nr.38 19.September 2011, S.77-81.

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