Die Welt im Goldrausch

Gold ist derzeit in aller Munde. Der Tanz ums goldene Kalb hat wieder Saison. Wegen der fortdauernden globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, wird Gold als letzte Sicherheit vor den Unbilden des möglichen Mega-Crashs angepriesen. Da ist es doch tröstlich, dass es auch Leute gibt, die vor einer Goldblase warnen.

 

Die Goldillusion

Gold war und ist eines derjenigen Objekte, die traditionell seit Jahrtausenden als Wertaufbewahrungsmittel über alle Kulturgrenzen hinweg sich gegenüber anderen Wertaufbewahrungsmitteln wegen seiner fast universellen Akzeptanz auch als Zahlungsmittel gegenüber staatlichem Geld behaupten konnte. Daher ist es im kollektiven Bewusstsein das non-plus Ultra der Vermögenssicherung in Krisenzeiten. Der Goldpreis ist gleichsam das Fieberthermometer der Weltwirtschaft. Schaut man sich dessen Entwicklung an, dann signalisiert der Goldpreis, dass die Weltwirtschaft am Rande des Zusammenbruchs steht.

Umgekehrt hat Gold außer als Goldschmuck und mithin als Statussymbol, sonst wenig wirtschaftliche Bedeutung. Die Goldhorte sind aus ökonomischer Sicht völlig sinnlos und unproduktiv. Die Goldsucht wurde schon von den alten Griechen in der Figur des Midas lächerlich gemacht. Von daher wurde ja auch immer wieder von der Demonetisierung des Goldes gesprochen. Zahlreiche Länder haben deshalb ihre Goldreserven verkauft, um damit Staatsdefizite zu finanzieren. Unsere Finanzminister packt bei großen Haushaltslöchern auch immer wieder diese Versuchung. Mithin könnten beide Sichtweisen kaum gegensätzlicher nicht sein. Was lernt man daraus?

Offenbar leidet derzeit die Weltwirtschaft an einer fundamentalen Vertrauenskrise in die Lösungskompetenz der Staatengemeinschaft. Von Staatengemeinschaft ist auch immer weniger die Rede. Die Gemeinsamkeiten schwinden, die Rivalitäten steigen. Mithin greifen alle, die es sich leisten können, zum Gold als letztem safe haven. Dies löst jedoch nicht die Probleme der Weltwirtschaft, es ist und bleibt eine defensive Strategie, die zugleich hohe Risiken in sich birgt. So hatte Frank Delano Roosevelt während der Weltwirtschaftskrise den Privatbesitz von Gold in den USA verboten, d.h. deren Besitzer setzten sich dem Risiko aus kriminalisiert zu werden. Der Arm staatlicher Gewalt macht in Krisenzeiten auch vor dem Privatbesitz von Gold nicht halt. Auch im Ersten Weltkrieg sammelte der deutsche Staat unter der Parole „Gold gab ich für Eisen“, die goldenen Eheringe und anderen Goldbestände ein. Mithin war nur über den illegalen Schwarzmarkt Gold als Zahlungsmittel einsetzbar. Ansonsten wurden die Goldbesitzer entschädigungslos enteignet. Gold wurde so, so manchem zum Verhängnis. Mithin ist Goldbesitz keineswegs eine Glücksgarantie.

Hausfrauenbörse am Goldmarkt

In der letzten Woche wurde jetzt wohl die Hausfrauenbörse eingeleitet. Vom ARD-Morgenmagazin bis hin Tageszeitungen vom Kaliber der Bild-Zeitung wurde auch noch der letzte Bürger auf die Gold-Hausse aufmerksam gemacht. Das ist dann in der Regel der Zeitpunkt, an dem sich die Goldspekulanten von ihren Goldbeständen trennen wollen. Sie suchen daher wie immer Dumme, die ihnen ihr Gold zu den überhöhten Preisen abnehmen, um Kasse zu machen. Mithin darf man gespannt sein, wann jetzt die Goldblase platzt.

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