Mitgegangen ist mitgehangen: Die USA in der Schuldenfalle und China in der Gläubigerfalle

In der Regel gilt, dass der der Gläubiger gegenüber dem Schuldner in der überlegenen Position ist. Schließlich hat er eine Forderung, die er mit den Mitteln des Rechtsstaats gegen den Schuldner durchsetzen kann. Doch wie ist es damit zwischen zwei Weltmächten?

Die USA schulden China mindestens 3,2 Billionen US-Dollar. So hoch sind bereits die Devisenreserven, die China in der zurückliegenden Dekade Monat für Monat aufgetürmt hat. Ein Großer Teil davon wurde sogar in US-Staatsanleihen angelegt. Mithin finanzierte die chinesische Regierung indirekt auch den Irak- und Afghanistankrieg der USA mit. Die USA sind längst in eine Abhängigkeit von China geraten, wenn es um die Finanzierung sowohl seiner Staatsschulden wie auch seines Leistungsbilanzdefizits geht. Doch gibt dies den Chinesen die Macht über die USA? Man verfügt ja im Zweifelsfall über keinerlei Zwangsmittel sollten die USA ihre Schulden nicht mehr bedienen. Der Anlass muss ja gar nicht Böswilligkeit gegenüber China sein. Es reicht völlig aus, wenn wegen der fehlenden Anhebung des Kreditlimits der US-Regierung diese durch den US-Kongress zahlungsunfähig gemacht wird. Kein Wunder, dass die Chinesen jetzt die Gläubigerfalle fürchten.

Chinas Dilemma

Seitdem sich die Lage um die Staatsfinanzen der USA immer mehr zuspitzt, wird es auch für Hu Jintao und Wen Jiabao ungemütlich. Man hat ja selbst erhebliche finanzielle Probleme zu Hause. So sanft, wie sich mancher chinesische Führungskader die Landung der chinesischen Wirtschaft vorgestellt hat, scheint die nicht zu verlaufen. Es drohen auch in China gewaltige Zahlungsausfälle, Rettungspakete für insolvente Lokal- und Provinzregierungen. Hinzu kommen Probleme im Geschäftsbankensektor und in der Immobilienwirtschaft. Die Bauindustrie ist ja einer der großen Wachstumstreiber in China. Nun kommt womöglich noch ein Ausfall der Zinseinkünfte aus den US-Staatsanleihen hinzu. Was sind dann eigentlich die vielen US-Staatsschuldverschreibungen eigentlich noch wert? Bei Zahlungsausfall droht zunächst einmal eine Illiquidität der Papiere oder man muss sofort einen kräftigen Haircut akzeptieren. Es käme im zweiten Fall zu einem Schuldenerlass, wenn man die Papiere nur noch weit unter dem Nennwert am Markt verkaufen könnte.

Man hat sich ja bereits seit einiger Zeit massiv darum bemüht die Gelder, die man auf der hohen Kante einschließlich diverser Staatsfonds geparkt hatte, anderswo anzulegen. In Rohstoffen, in Flugzeuge, Maschinen und andere Investitionsgüter, in Gold, etc. wurden Milliardenbeträge investiert, um durch Realwerte einen Wertverlust durch Abwertungen des US-Dollar oder anderer Leitwährungen sowie möglicher Zahlungsausfälle auf Staatsschuldverschreibungen anderer Länder zu vermeiden. Jetzt wackelt auch noch der Euro. Es gibt kaum noch Alternativen in die man risikoarm und nachhaltig wertstabil große Summen investieren könnte. So wie Obama auf seinem Schuldenberg sitzt die chinesische Führung auf ihrem Forderungsberg. Chimerika als Horrorfilm. Beide werden einen Finanzkollaps der USA kaum überstehen. Deutschland ist noch begeistert über seine Exporterfolge nach China, aber im Prinzip liefern wir Waren vom Porsche Cayenne bis zum Airbus A320 gegen zweifelhafte Geldzahlungen in Euro oder Dollar. Ob das am Ende ein gutes Geschäfts sein wird, wissen nur die Götter. Bei Währungskrisen und Staatsbankrotten sind eben Forderungen in Fremdwährungen und ausländische Staatsanleihen sowie alle Forderungen in abwertungsverdächtige Fremdwährungen mit hohen Wertverlustrisiken belastet. In der verbotenen Stadt in Beijing beginnt langsam die Erkenntnis zu dämmern, dass man jetzt selbst in der Falle sitzt. Darum ist man nun außerordentlich besorgt, um das globale Währungssystem und die Finanzmärkte einschließlich der Staatsverschuldungen in diversen Ländern zu stabilisieren. Es könnte allerdings jetzt bereits zu spät sein.

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