Das Ende der Medienmogule?

Murdoch diesmal der Junior und seine Vertraute Wade alias Rebekah Brooks, die die Zeitung leitete, sind bereits in der Vergangenheit unangenehm aufgefallen. Der Medienkonzern hat seine Leute so tief mit der Politik verflochten, dass der jetzige Skandal auch auf David Cameron unangenehme Folgen nach sich zieht. Da er den ehemaligen News of the World Reporter Andy Coulson zu seinem Kommunikationsdirektor gemacht hat, ist diese Verflechtung zwischen der ersten und der vierten Gewalt in Staate auch für jeden nachvollziehbar dokumentiert. Er wurde wegen möglicher Verfehlung gestern verhaftet. Mithin stellt sich die Frage was wurde alles an Informationen gesammelt und zu welchem Zweck wurden diese dann auch eingesetzt? Skandale in der Politik sowie Erpressung sind nun mal die dunklen Seiten der Macht und der Politik.Es bleibt zu hoffen, dass sein Versuch den Fernsehsender BSkyB vollständig in seine Hand zu bekommen jetzt scheitert. Vielleicht wächst auch wieder das öffentliche Bewusstsein, dass ein unabhängiger öffentlich-rechtlicher Sender wie die BBC vor der finanziellen Austrocknung durch willige Politiker zu Gunsten privater Medienkonzerne gestoppt werden muss. Schließlich können die Presse bzw. die Medien ihren Auftrag der umfassenden und möglichst unparteiischen Berichterstattung nur erfüllen, wenn man den Journalisten dafür die notwendigen Rahmenbedingungen gewährt. Pressefreiheit ist nicht zuletzt auch Freiheit vor zu starker wirtschaftlicher und politischer Einflussnahme.

Berlusconi wird zur Kasse gebeten

Silvio Berlusconi ist jetzt an der Stelle getroffen worden wo er am empfindlichsten ist, am Portemonnaie. 560 Millionen Euro Strafzahlungen und das noch an einen unliebsamen Konkurrenten, das tut weh. In Italien war die Einheit von Politik und Medien in der Personalunion von Silvio Berlusconi bereits offiziell institutionalisiert. Korruption und Sexskandale konnte er bisher immer aussitzen. Der letzte Volksentscheid in Italien über den Wiedereinstieg in die Atomenergie, die Privatisierung der Wasserwerke und ein Gesetz, was Berlusconi als amtierenden Staatschef vor weiterer Strafverfolgung durch die italienische Justiz besser geschützt hätte, ging bereits verloren. Jetzt folgt die nächste deftige Schlappe. Er schleppt sich weiterhin im Amt dahin, aber seine Chancen sich noch lange dort zu halten schwinden. Zuletzt scheiterte zwar im vergangenen Jahr ein Misstrauensvotum, aber das könnte auch das letzte Mal gewesen sein. Das Ende der fatalen Affäre zwischen Politik und Medienmacht dürfte dann auch seinem Medienimperium schlecht bekommen. Die jetzige Schlappe vor Gericht zeigt wohin für ihn die Reise gehen könnte. Es wäre jedenfalls ein lang erhoffter Sieg der Demokratie über die Macht der Medienmogule.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s