FDP: Die möchte gern Akademiker-Partei

Wer trägt ihn nicht gerne den Doktorgrad. Es macht eben etwas her und verleiht seinem Träger Glanz und Seriosität. Offenbar war dies so verführerisch für viele FDP-Spitzenpolitiker, dass man der Versuchung nicht wiederstehen konnte auf mehr oder weniger krummen Wegen sich die zwei Buchstaben mit dem Punkt zuzulegen. Man wandelt eben in den Fußstapfen von Guttenberg – Der hatte zwar schon einen Adelstitel, aber das war ihm eben nicht genug.

Drei FDP-Politiker bereits entitelt

Nach Koch-Mehrin, die die deutsche Öffentlichkeit noch damit erheiterte, dass sie sich in den Wissenschaftsausschuss des Europa-Parlaments wählen ließ, – Spaßpartei FDP eben – folgt nun Chatzimarkakis ebenfalls Mitglied des Europa-Parlaments. Die Bonner Universität war wegen seines Betrugs nicht amüsiert und erkannte auch ihm den Titel ab. Mehr als die Hälfte der Arbeit habe der FDP-Politiker abgekupfert, lautet die Begründung. Was Frau Dr. Merkel in der Energie- und Umweltpolitik ungestraft bei den Grünen machen darf, gilt noch lange nicht bei Promotionen.

Jetzt folgt Margarita Mathiopolus ebenfalls wie Chatzimarkakis griechischer Abstammung. In ihrem CV bei Wikipedia brüstet sie sich noch ihrer akademischen Leistungen.

„Im Jahre 1986 wurde sie bei Karl Dietrich Bracher mit dem Thema „Geschichte und Fortschritt im Denken Amerikas: Ein europäisch-amerikanischer Vergleich“ zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.) promoviert. Die Dissertation wurde 1987 im Verlag Ferdinand Schöningh publiziert; 1989 erschien sie in englischer Übersetzung mit einem Vorwort von Gordon A. Craig bei Praeger (einem Imprint der Greenwood Press, Inc., dessen Nutzungsrechte mittlerweile bei ABC-CLIO liegen) in New York unter dem Titel „History and progress. in search of the European and American mind“

Sie ist Teilzeit-Dozentin an der Uni Potsdam, wo sie freitags Seminare hält und derzeit auch eine Doktorarbeit betreut. Man weiß ja wie das geht.

Auch wechselten dann rasch ihre politischen Überzeugungen als sie von der SPD später zur FDP wechselte. Die Karriere bei der SPD war ins stocken geraten.

„Nachdem sie bereits seit Dezember 2001 kontinuierlich in der Programmkommission der FDP im Bereich Außen- und Sicherheitspolitik tätig gewesen war, trat Mathiopoulos der Partei 2002 bei. Seitdem ist sie auch außen- und sicherheitspolitische Beraterin von Guido Westerwelle; von 2003 bis 2005 war sie Vorsitzende des Bundesfachausschusses Außen- und Sicherheitspolitik der FDP, und seit 2005 ist sie auch Vorsitzende des Transatlantischen Forums.“

Mit so viel Drang zum Aufstieg und zur Karriere dürfte ihr vermutlich auch jetzt ein Karriereknick bevorstehen. Das macht auch nichts. Die FDP hat sowieso lange aufgehört eine Partei des Bildungsbürgertums zu sein. Ohne Doktor ist sie jetzt genau in der neuen sozialen Absteigerpartei richtig. Wer heute akademisch gebildet ist, der geht viel eher zu den Grünen.

Vielleicht wäre es besser gewesen sich einen Ghostwriter zu kaufen. Schließlich kennt man sich ja mit Spendenaffären aus. Ghostwriter machen solche Amateurfehler wie die Amateurkopisten nicht. Aber bekanntlich ist Geiz geil. Ansonsten bleibt eben nur noch die Forderung à la Bild diesen lästigen Titel ganz abzuschaffen oder jeder kann ihn haben der ihn will. Doktores für Alle.

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