China droht Liquiditätskrise

Der Kampf gegen die Spekulationsblase in China geht in eine neue Phase. Bisher lief die Geldpolitik der Blase hinterher. Die Chinesische Zentralbank versuchte mit einem Bündel von Maßnahmen Liquidität aus dem Markt zu nehmen. Trotzdem stieg die Inflation im Juni dieses Jahres auf ein Drei-Jahreshoch mit 6%. Diese Entwicklung könnte sich mindestens noch einige Monate fortsetzen.

Insbesondere die Lebensmittelpreise sind von sogar zweistelligen Preissteigerungen seit einigen Monaten betroffen, obwohl die Chinesische Regierung mit Preiskontrollen hier einzugreifen versucht. Die Zinspolitik bleibt mit ihren langsamen Zinsanhebungen – Tippelschritt-Strategie à la Greenspan – hinter der aktuellen Preisentwicklung deutlich zurück. Die letzte Zinsanhebung auf 3,5% am 6. Juni reicht nicht aus um die Expansion zu stoppen. Der Realzins ist weiterhin mit -2,5% negativ. Bei Immobilienpreisen dürfte der Unterschied wegen der dort anhaltenden Vermögensinflation noch deutlicher ausfallen.

Chinesische Staatsanleihen finden keine Abnehmer mehr

Trotzdem gibt es jetzt insbesondere auch für die chinesische Regierung Finanzierungsprobleme. Wegen der steigenden Inflationserwartungen in der Bevölkerung werden niedrig verzinsliche chinesische Staatsanleihen unattraktiv. Sie finden immer weniger Abnehmer. Zum dritten Mal konnte das geplante Volumen von der chinesischen Regierung nicht am Kapitalmarkt platziert werden. Das könnte am Ende dramatische Folgen haben. Während die Immobilienblase weiterhin nicht gestoppt ist, sinkt die Produktion in der übrigen Wirtschaft bereits. Sowohl die Industrie wie auch die Dienstleistungen befinden sich auf dem Weg in die deutliche Wachstumsabschwächung. Die Angaben über das offizielle Staatsdefizit spiegeln nicht mehr die Realitäten wieder. Es könnte sogar noch deutlich über den zuletzt geschätzten Werten liegen. Das Risiko von Kreditausfällen bei den Lokal- und Provinzregierungen steigt. Die Zentralregierung versucht dem mit einem Bailout zuvorzukommen. Dieser Einschätzung hat sich auch der IWF angeschlossen. Das könnte auch die ambitionierten Pläne der chinesischen Regierung für die Zukunft rasch zu Makulatur werden lassen.

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