USA: Bernanke kündigt massiven Ankauf von US-Staatsanleihen auch nach dem Ende von QE2 an

Ende dieses Monats läuft das Programm Quantitative Easing (QE2) in Höhe von 600 Mrd. US-Dollar aus. Damit würde die Gefahr bestehen, dass es zu einem raschen Zinsanstieg bei US-Staatsanleihen kommt, dass hierfür nicht genug Nachfrage privater oder anderer ausländischer Anleger besteht. Jetzt hat Ben Bernanke angekündigt, dass die Fed auch danach für mindestens 300 Mrd. US-Dollar weiterhin US-Staatsanleihen ankaufen will. Auch wenn er es nicht so bezeichnet, ist dies de facto QE3.

Laufzeitverlängerung der bisherigen Summe

Dabei wird nicht neue Liquidität in den Markt gepumpt, es wird jedoch aufgrund des Auslaufens bereits bestehender Staatsschuldverschreibungen diese Erlöse sofort in den Ankauf neuer Anleihen investiert, so dass die von der Fed gehaltene Summe an US-Staatschuldverschreibungen auch nicht sinkt. Damit hofft man den bereits auf 2,3 Billionen US.Dollar angeschwollenen Bestand an US-Staatsanleihen im Portfolio stabil und damit die Zinsen niedrig halten zu können. Implizit wehöht sich sogar das Volumen, da für die derzeit fälligen Staatsanleihen höhere Zinsen als derzeit gezahlt werden. Mithin werden auch diese Zinserträge reinvestiert. Bei derzeitigen Zinssätzen von 2,86% für zehnjährige Anleihen sinkt dadurch die Zinslast gemessen an den durchschnittlichen Zinssätzen aller US-Staatsanleihen. Bisher konnten trotz der gesunkenen Zinserträge die US-Staatsschuldverschreibungen ohne große Probleme platziert werden.Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Bundesstaatsschulden auf derzeit 9,26 Billionen von 4,5 Billionen zu Beginn der Finanzkrise im August 2007 gestiegen sind. Sie haben sich also in dieser kurzen Zeit mehr als verdoppelt. Da jedoch die Federal Fund Rate der Fed  immer noch nahe Null liegt, d.h. 0,25% können im Zuge einer Fristentransformation billig Geld am Geldmarkt aufgenommen und in höher verzinsliche US-Staatsanleihen angelegt werden. Allerdings – das hat bereits die Immobilienkrise in den USA gezeigt, ist dies eine hochriskante Anlagestrategie, falls der Geldmarkt aufgrund von krisenhaften Entwicklungen beispielsweise im Zuge einer Staatspleite ein Griechenland nach oben schießen sollte. Dann könnte es zu einer inversen Zinsstruktur kommen. Die kurzfristigen Geldmarktzinsen lägen dann möglichweise über den Zinssätzen für US-Staatsanleihen. Dann bricht dieser Mechanismus abrupt zusammen. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum Bernanke die Europäer zu mehr Unterstützung Griechenlands aufgefordert hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s