Wirtschaftskrise: Ursache und Wirkung – Ein Kommentar

Derzeit kreist eine ungezügelte Griechenland-Hysterie durch die Leitmedien. Griechenland wird zur Quelle der nächsten globalen Finanzkrise stilisiert. Wenn Griechenland pleite geht, dann bricht die Weltwirtschaft zusammen. So die Katastrophentheoretiker. Nun wäre dies kaum möglich, wenn die Weltwirtschaftsordnung nicht marode wäre, d.h. sie verträgt keine auch kleineren Schocks. Schauen wir zurück, dann hat es das Problem von Staatsinsolvenzen in der Vergangenheit schon immer gegeben. Hat dies zum jetzt wieder einmal viel beschworenen Weltuntergang geführt? Nein. Warum könnte es diesmal anders sein? Nun, weil man das Weltwirtschafts- und Finanzsystem soweit durch Regulierung außer Kontrolle gebracht hat, dass sich kleine Störungen und Ungleichgewichte ungehindert in große Katastrophen und Zusammenbrüche transformieren können, Waren das die Griechen? Nein.

Verlogenes Blame Game

Es waren wohl doch eher die Boys und Girls – wir haben jetzt ja Gleichberechtigung – der Wall Street und der Londoner City unter tätiger Mithilfe all derjenigen, die eigentlich ihnen hätten auf die gierigen Finger schauen müssen. Ich denk da an Leute wie Alan Greenspan, Ben Bernanke, Hank Paulson, Timothy Geithner, Mervyn King, etc., die in den zurückliegenden Jahren die Banken- und Finanzmarktregulierung soweit dereguliert haben, dass es keine wirksamen Bremsen mehr im System gibt. Was passiert aber, wenn ich aus einem Auto die Bremsen ausbaue und einen Motor soweit frisiere, dass er statt der bisher vorgeschriebenen 100 km/h plötzlich 250 km/h fährt. Wenn man noch die Boys und Girls der Globalplayers der Finanzindustrie ans Steuer lässt, dann machen die eben ihr von Habgier getriebenes Dragsterrennen. Wenn man dann es plötzlich doch mit der Angst zu tun bekommt, dann stellt man entsetzt fest, die Bremsen funktionieren nicht. Am Ende droht man gegen die Wand zu fahren und wer ist schuld? Klar die Mauer, sprich Griechenland.

Wie heißt es schon im Freischütz: Samuel hilf. Aber der Pakt mit dem Teufel, beispielweise die diversen Bankderegulierungsgesetze um das freie Spiel der Marktkräfte – so das Credo – walten zu lassen, kann jetzt nicht mehr rückgängig gemacht werden. Jetzt geht’s ab in die Hölle und es gibt keine Fluchtmöglichkeit. Man sitzt eben doch mit all den anderen in einem Boot. No Exit, no bailout, just go to hell.

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