China: Erster Lebenszufriedenheitsindex in China veröffentlicht

Das Thema Lebenszufriedenheit beschäftigt insbesondere auch in Europa zunehmend nicht nur die akademische Forschung, sondern auch die Politik. Jetzt hat auch China in dieser Debatte mit einer Studie zur regionalen Lebenszufriedenheit in China die Aufmerksamkeit auf die Lebenszufriedenheit im Land gelenkt. Die von der Beijing Normal University veröffentlichte Untersuchung kommt nicht ganz überraschend zum Ergebnis, dass die Metropolen Beijing und Shanghai an der Spitze der Lebenszufriedenheit in China liegen.

Beijing nimmt dabei den ersten Platz mit einem Indexwert von 0,739, gefolgt von Shanghai mit 0,635 und Tianjin mit 0,536 ein. Die Guizhou-Provinz rangiert an letzter Stelle mit 0,200. Tibet war von der Untersuchung ausgeschlossen. Untersucht wurden 30 Provinzen anhand offiziell publizierter Daten.

Wirtschaftswachstum und Lebenszufriedenheit auch in China eng korreliert

Wie auch aus anderen Studien über andere Länder bekannt ist, ist auch in China der Zusammenhang zwischen Einkommensentwicklung und Lebenszufriedenheit eng miteinander korreliert. Das verwundert nicht, da ja China gemessen am Pro-Kopf-Einkommen weiterhin eher auf dem Niveau eines Entwicklungslandes rangiert (Platz 99 – 3.678 US-Dollar bzw. Platz 100 – 6.567 internationale Dollar in Kaufkraftparitäten). Nach Studien in den USA liegt die Grenze für eine signifikante Divergenz von Einkommensentwicklung und Lebenszufriedenheit in den USA etwa bei einem Pro-Kopf-Einkommen von 60.000,- US-Dollar (vgl. hierzu den Gallup-Healthways Well-Being-Index).

Zweifel an ausschließlicher Wachstumsorientierung nehmen zu

Trotzdem wachsen insbesondere in den Ländern mit vergleichsweise hohem durchschnittlichem Pro-Kopf-Einkommen die Zweifel, dass eine einzig auf ein hohes durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen ausgerichtete Wirtschaftspolitik eine adäquate Orientierungsgröße für die langfristige Politikgestaltung darstellt. Wachstumspolitik mit dem Bruttoinlandsprodukt wird immer weniger zu einem adäquaten Indikator, wenn die damit einhergehenden Probleme von Einkommensungleichheit, Umweltbelastungen oder gesundheitlichen und sozialen Problem wie stressbedingte insbesondre psychischen Krankheiten oder Vereinsamung sowie Kriminalität ignoriert werden.

Neue Orientierungsmöglichkeiten gesucht

Auch in China wachsen die Zweifel, dass eine auf maximales Wirtschaftswachstum fokussierte Wirtschaftspolitik der richtige Weg in die Zukunft darstellt. So wird auch im kommenden Fünfjahresplan in China das Thema Livelihood (Lebenszufriedenheit) ins Zentrum der Orientierung der Wirtschaftspolitik gestellt. Einkommenswachstum allein macht eben auch in China nicht mehr glücklich.

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