OECD: Die Rückkehr des Hungers

Hunger ist global betrachtet schon immer eine Geißel der Menschheit. Bei ungebremsten Bevölkerungswachstum und Ernteerträgen, die nicht mit dieser Entwicklung schritthalten können, ist mittel- bis langfristig mit einer zunehmenden Lebensmittelknappheit zu rechnen. Trotzdem haben Experten uns immer wieder vorgerechnet, dass auf dem Papier man bei rationaler Verteilung alle Menschen satt bekäme. Leider ist Papier geduldig und die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.

Es gibt eben keine weltweite Abstimmung bei der Nahrungsmittelproduktion und eine gerechte Verteilung. Alle Appelle hier zu einer internationalen Kooperation zu kommen scheitern kläglich. Zwischen den großspurigen Deklarationen auf irgendwelchen Gipfeltreffen und den tagtäglich schlechter werden Rahmenbedingungen klafft eine unüberbrückbare Lücke. Diese wird immer größer.

OECD warnt vor deutlichen Anstieg der Fleischpreise

Jetzt hat die OECD ebenfalls eine Studie über die mittelfristen Entwicklung bei Fleischpreisen veröffentlicht. Die Botschaft klingt noch moderat. Bis 2020 sollen die Fleischpreise um rund ein Drittel ansteigen. Bedenkt man aber, dass die Kaufkraft der Bevölkerung auch innerhalb der reichen Länder in Europa, USA und einige Länder Asiens (Japan, Südkorea, Taiwan, etc.) sich im Zuge der globalen Finanzkrise weiter durch Inflation ohne Einkommensausgleich, Arbeitslosigkeit und sinkende Sozialtransfers und weitere Einkommenskürzungen bei Löhnen und Gehältern aber auch bei Zinserträgen sinken werden, dann ist die Entwicklung zur Rückkehr des Hungers auch in den reichen Ländern vorgezeichnet.

Die in Deutschland tätige Tafel wird sich vor immer mehr Bedürftigen nicht retten können. Von den aktuell von der Staatspleite bedrohten Ländern dürfte das Ganze noch sehr viel dramatischer verlaufen. Wie werden die Sorgen der verzweifelten Bürger stigmatisiert. Man nennt sie einfach Wutbürger. Dabei ist deren Wut nur Ausdruck der eigenen Ohnmacht gegenüber einem wirtschaftlichen und politischen System, dass eine Grundsicherung der Lebensbedürfnisse der Bevölkerung nicht mehr gewährleisten kann. Und unsere Leitmedien machen diese Diskriminierung der Bevölkerung, die zunehmend wegen der Unfähigkeit der Politik und Wirtschaft zu Lösungen im Sinne der Bevölkerung zu kommen, bruchlos mit.

Wie sagte schon Mephistopheles zu Fausts Schüler  der nach Ausreden sucht:

„Schon gut! Nur muss man sich nicht allzu ängstlich quälen;

Denn eben wo Begriffe fehlen,

Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.

Mit Worten lässt sich trefflich streiten,

Mit Worten ein System bereiten,

An Worte lässt sich trefflich glauben,

Von einem Wort lässt sich kein Jota rauben.“

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Ein Gedanke zu „OECD: Die Rückkehr des Hungers

  1. Laut Spiegel nutzen bereits 1,3 Mill. Menschen in Deutschland die Versorgung durch Lebensmitteltafeln. 884 Einrichtungen dieser Art gibt es in Deutschland. Diese Zahl wird nach Einschätzung des Bundesverband Deutscher Tafel weiter steigen.
    Spiegel Nr.26 vom 27.Juni 2011, S.19

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