Griechenland: Der Kampf für die Staatspleite

Die Kapitalmärkte schalten auf einen Selbstzerstörungsmechanismus. Griechenland soll jetzt pleitegehen. Warum? Weil dann die Kreditausfallversicherungen fällig werden. Credit Default Swaps (CDS) sollen ja ursprünglich dazu dienen sich gegen einen Kreditausfall zu versichern. Was aber passiert, wenn die Versicherung teurer wird als der Versicherungswert? Das System kehrt sich gegen sich selbst.„Während Politiker und Notenbanker noch nach Rettungsmöglichkeiten für Griechenland suchen, haben die Finanzmärkte das Land weitgehend aufgegeben. Die Kreditabsicherungskosten für fünfjährige griechische Anleihen sind bis auf 2025 Basispunkte (BP) angestiegen. Das bedeutet, dass für die Absicherung gegen den Ausfall eines 10 Mio. Euro schweren Pakets von fünfjährigen Staatsanleihen jährlich 2,025 Mio Euro fällig sind. Wenn man diesen Wert auf eine neue fünfjährige Laufzeit hochrechnet, sind die Absicherungskosten höher als der Nennwert der besicherten Anleihe. Die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite liegt bei mehr als 80 Prozent.“ ebenda

Mithin lohnt es sich jetzt auf die Pleite zu spekulieren

Wer noch ein Fallbeispiel für die Irrationalität der Märkte gesucht hat, hat jetzt eines mehr in der Auswahl. Demnächst werden dann anonyme Geldgelber bei der griechischen Regierung anklopfen, um das Kreditereignis Staatspleite auszulösen. Es lohnt sich vielleicht für die Dunkelmänner gewaltig.

Es wird also immer absurder im Kasino. Wer auf einen Kreditausfall Griechenlands spekuliert, könnte eben auch versucht sein, diesen mit unsauberen Mitteln selbst herbeizuführen. Da insbesondere im Derivatemarkt gewaltige Zinsspekulationswetten laufen, kann nur eine Seite gewinnen. Diejenige, die das Ergebnis ihrer Zinswetten kontrollieren – sprich manipulieren kann.

Je höher wie Wettsummen und die Hebeleffekte ohne ausreichende Kapitaldeckung im Fall eines Verlusts der Wetten in den letzten Monaten geworden sind, desto mehr wird mit letztem Einsatz von beiden Seiten weitergezockt. Es geht nun nicht mehr um einen schönen Wettgewinn, sondern um die blanke Existenz. Da insgesamt nur fünf Firmen 80% des Risikos des Derivatemarktes halten, die Summen dort ein Vielfaches des Weltbruttoinlandsprodukts mit 532 Billionen US Dollar (Tabelle 4) ausmachen, wird es unweigerlich unter diesen Masters of Desaster, JP Morgan Chase, Bank of America, Goldman Sachs, Citigroup, und Morgan Stanley erneut das eine oder andere Opfer geben. In einem globalen Wettspiel können nicht alle gewinnen. Es ist und bleibt ein Nullsummenspiel. Die einzigen Verlierer ist der Rest der Welt. Merkel kann also Weltgeschichte machen. Senkt sie – versehentlich – den Daumen über Griechenland, dann löst sie eine Ereigniskaskade aus, die unser aller Vorstellungsvermögen übersteigt. Strecken die Griechen die Waffen, passiert das gleiche. Dann knallen jenseits des Atlantik die Sektkorken bei den einen und bei den anderen gehen die Lichter aus.

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