Griechenland: Pay back

Die Debatte um die Beteiligung Privater an der Griechenland-Rettung hat eine neue Richtung bekommen. Folgt man den letzten Meldungen, dann sollen insbesondere griechische Geschäftsbanken sich an der Griechenland-Rettung beteiligen. Offenbar haben die sich besonders reichlich bei der Entlastung griechischer Staatsanleihen an die EZB und den Rettungsfonds von ihren schlechten Risiken gelöst. Nun sollen sie zumindest wieder einen Teil der Lasten rückübertragen bekommen. Ob dieses Ansinnen auf viel Gegenliebe stößt, darf bezweifelt werden.

Die Fehler wurden vorher gemacht

Es war eben ein Fehler der EZB unter der Führung von Trichet, um einen sofortigen Kollaps der Finanzmärkte zu verhindern, die griechischen Staatsanleihen in großen Mengen zu diskontieren. Jetzt will man, um das geflügelte Wort von Maggy Thatcher zu gebrauchen, „the money back.“

Es wäre am Ende – mit einer Zustimmung ist kaum zu rechnen – der casus belli, die Griechen jetzt doch pleitegehen zu lassen. Der schwarze Peter wäre jetzt am Ende wieder bei den Griechen gelandet. Das ist jedoch nur für die Geschichtsbücher, um sich für seine Fehler bei der Griechenlandrettung zu entschuldigen.

Jetzt wird es auch hektisch an den globalen Finanzmärkten zugehen. Schließlich sitzen ja etliche Zocker auf erheblichen Bergen von Risiken der griechischen Staatsanleihen, die sie sich bei einer Fortsetzung der bailout vergolden lassen wollten. Da dies immer unwahrscheinlicher wird, wird man versuchen die schlechten Risiken wieder loszuwerden. Das dürfte schwierig sein. Die Stimmung kippt ja derzeit in Richtung einer unkontrollierten Staatspleite. Da vergeht selbst den größten Zockern die Lust am Risiko.

Mit der Beendigung des Rettungspakets von 110 Mrd. Euro wird ein Teil der Gelder gerettet

In den Leitmedien wird immer der Eindruck erweckt, dass die bisher zugesagten 110 Mrd. Euro bereits nach Griechenland geflossen wären. Das ist natürlich nicht der Fall. Im Falle einer Staatsinsolvenz werden die bisher zugesagten Finanzmittel für die Restlaufzeit nicht mehr an Griechenland ausgezahlt. Mithin würde nur die seit etwa einem Jahr tatsächlich freigegebenen Mittel à fond perdu sein. Da die Konditionalitäten für die Kreditzusage durch Griechenland nicht eingehalten werden können, werden die – schätzungsweise Hälfte der Summe – nicht mehr nach Griechenland fließen. Der Schaden für die Geberländer würde sich deshalb in diesem Fall halbieren.

Statt gutes Geld dem schlechten hinterherzuwerfen würde gutes Geld vor dem Zugriff des Pleitestaate gerettet. Der Rest könnte dann ja bei den Verhandlungen mit Griechenland über die Umschuldung ja noch zumindest teilweise durch Privatisierungserlöse zurückgeholt werden. Das wäre jedenfalls für die deutschen Steuerzahler der schonendste Weg aus dem jetzigen Dilemma.

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2 Gedanken zu „Griechenland: Pay back

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