Droht der EZB die Pleite?

Je mehr die unverantwortliche Politik der EZB beim Ankauf fauler Staatsanleihen und toxic papers von den verschiedenen Geschäftsbanken in Höhe von hunderten von Milliarden Euro ans Licht der breiten Öffentlichkeit gelangt, desto mehr gerät Jean-Claude Trichet in die Enge dieses Vorgehen vor der jetzt drohenden Staatspleite Griechenlands noch zu rechtfertigen.

Sollte es zu einem Kreditereignis, d.h. Zahlungsausfall Griechenlands kommen, dann drohen der EZB gewaltige Wertberichtigungen. Ob Trichet, Draghi oder Stark alle müssen im Zweifelsfall dafür die Verantwortung übernehmen. Da im Falle der Wertberichtigung des hunderte von Milliarden großen Bergs an zweifelhaften Vermögenswerten in der Bilanz der EZB diese de facto ebenfalls pleite ist, wäre sie nur durch eine Rekapitalisierung der Mitgliedsländer der Eurozone zu retten. Ansonsten wäre die EZB ebenso wie Griechenland am Ende. Die Eurozone würde zerbrechen.

Missmanagement der EZB eine der Ursachen

Schuster, bleib’ bei deinen Leisten, heißt es ja im Volksmund. Die Aufgabe der EZB bestand ebenso wenig wie die der Fed darin, sich als Retter der Geschäftsbanken oder bankrotter Staaten aufzuschwingen. Das lag nach den Prinzipien der Arbeitsteilung nicht in ihrem Kompetenzbereich. Mithin haben sich Trichet & Co als Masters of Desaster eine Kompetenz angemaßt, die letztendlich den Kollaps der Währungsunion herbeiführen könnte.

Durch die Risikoübernahme der schlechten Risiken von Pleitestaaten und Pleitebanken gab sich die EZB der Illusion hin, dass die Finanzkrise der Eurozone durch die Täuschung der Märkte über die wahren Verluste vor einem Zusammenbruch retten könnte. Die Märkte ließen sich aber am Ende nicht an der Nase herumführen. Niemand glaubte, dass die halbherzigen Maßnahmen, die ja die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Werthaltigkeit der Papiere und denen die frech in den Bilanzen ausgewiesen wurden, auf Dauer nicht einer drastischen Korrektur bedürften.

Indem man dies immer wieder hinauszuschieben versuchte und sich zu keiner Lösung in Richtung auf eine Anpassung der Fehlbewertungen zubewegen wollte, setzt man jetzt die Existenz der Währungsunion aufs Spiel. In einer Welt von Intransparenz und zwangläufig damit verbunden von Gerüchten, ist die EZB als Institution soweit diskreditiert worden, dass es kaum möglich erscheint, dass sie weiterhin die Aufgabe aller Hüter des Geldwerts und der Preisstabilität wahrnehmen kann. Das Vertrauen ist gründlich verspielt.

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2 Gedanken zu „Droht der EZB die Pleite?

  1. Der fronzösische Zentralbankpräsident versucht jetzt die EZB zu entschulden. Man könne ja die griechischen Staatsanleihen an den EFSF und später den ESM weiterreichen. Dann wäre die EZB diese Last endlich los. Im Gegenzug würde durch einen Umtausch der griechischen Staatsanleihen der privaten Anleger dann die Gemeinschaft der Eurozone haften und nicht mehr Griechenland allein. Dafür müßten die privaten Anleger einer Laufzeitverlängerung um sieben Jahre zustimmen.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/frankreichs-notenbankchef-skizziert-einen-weg-zur-umschuldung/4283278.html

    Ob hierzu genügend private Anleger bereit sind, steht in den Sternen. Am Ende würde jedenfalls nicht mehr Griechenland für seine Schulden haften, sondern alle Länder der Eurozone gemeinsam. Sp sizialisiert man dann die griechischen Staatsschulden.

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